Skip to main navigation Zum Hauptinhalt springen Skip to page footer

Trockenster Juli seit Auswertungsbeginn

Die extreme Trockenheit wütet nicht nur in den südlichen Ländern Europas, sondern ist auch in der Emscher- und Lippe-Region angekommen.

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit können einige Gewässer im Emscher- und Lippe-Gebiet trockenfallen. So wie hier der Hoppeibach in Hamm (Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV)

Nach dem bereits sehr trockenen und heißen Juni bricht der vergangene Monat einen neuen Rekord: Es war der trockenste Juli in den Verbandsgebieten von Emschergenossenschaft und Lippeverband seit Auswertungsbeginn 1931. Das belegen die hydrologischen Auswertungen der beiden regionalen Wasserwirtschaftsverbände.
Im Emscher-Gebiet fielen im Mittel nur 11,6 mm Regen (130-jähriges Mittel = 83 mm; ein Millimeter entspricht einem Liter pro Quadratmeter). Damit gab es an der Emscher so wenig Regen wie noch nie seit Aufzeichnungsbeginn. Den bisherigen Platz eins belegte der Juli 2018 mit 13,9 mm. Im Lippeverbands-Gebiet lag das Gebietsmittel bei nur 13,4 mm (130-jähriges Mittel = 81 mm). Damit war es auch an der Lippe der trockenste Juli. Bislang lag hier der Juli 1983 auf dem ersten Rang der trockensten Julimonate. Damals fielen mit einer Monatssumme von 22 mm fast 10 mm mehr Niederschlag als im diesjährigen Juli.

Die niedrigste gemessene Monatssumme liegt bei nur 3,6 mm an der Niederschlagsstation am Regenüberlaufbecken Südkirchen in Nordkirchen. Die höchste Monatssumme wurde an der Niederschlagsstation an der Kläranlage Soest gemessen. Dort fielen jedoch auch nur 24,9 mm Niederschlag. Die höchste Tagessumme im Juli wurde am 26. Juli erreicht. An diesem Tag fielen in Bochum 13,4 mm.

Nur sieben Tage Regen im Juli
Im Schnitt fiel lediglich an sieben Tagen Regen. Davon erreichten aber nur drei Tage im Emscher-Gebiet und vier Tage im Verbandsgebiet an der Lippe Summen größer als 1,0 mm. Die Gewitterlagen am 05., 16. und 26. Juli sorgten für den Hauptteil des geringen Niederschlages. Auf die Hitzeperiode Ende Juni folgte somit eine bereits fünf Wochen andauernde Trockenphase, in der nur sehr geringe Niederschlagsmengen erfasst wurden.

Hohe Temperaturen
Auch die Temperaturen waren im vergangenen Monat überdurchschnittlich hoch. Das Monatsmittel der Lufttemperatur lag im Juli bei 21,0 °C (gemessen an der Ludger-Mintrop-Stadtklimastation der Ruhr-Universität Bochum) und damit 2,2 °C über dem langjährigen Mittel.

Hohe Temperaturen und Trockenheit können negative Folgen für Böden und Gewässer haben. In Flüssen und Bächen kann es durch die Gefahr von Niedrigwasserständen zu einer Reduzierung des Sauerstoffgehaltes kommen, was aquatische Lebewesen beeinträchtigen könnte. Eine Austrocknung von Böden kann wiederum zur Folge haben, dass diese bei plötzlich auftretendem Starkregen kein Wasser aufnehmen können, wodurch die Überflutungsgefahr steigt. Die nun nach dem heißen Juni ebenfalls im Juli zu beobachtenden Temperaturentwicklungen und Trockenheit bekräftigen einmal mehr die Erfordernis, das Schwammstadt-Prinzip in der Region umzusetzen und die Städte und Kreise in der Emscher-Lippe-Region klimaresilient zu gestalten. Wenn es einmal regnet, dann sollte dieses Wasser nicht in der Schmutzwasserkanalisation landen, sondern vor Ort versickern oder in Gewässer abgeleitet werden. Auf diese Weise würden die Wasserkörper (Grundwasser, Flüsse und Bäche) und Böden gestärkt und an die Folgen des Klimawandels angepasst – sie wären künftig resilienter und weniger anfällig bei heißeren Temperaturen.

Zahlreiche Projekte für ein nachhaltiges Regenwassermanagement setzen Emschergenossenschaft und Lippeverband gemeinsam mit ihren Mitgliedskommunen unter dem Dach der Zukunftsinitiative Klima.Werk um. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.klima-werk.de