Falstaff und die lustigen Weiber von Windsor

Ein Shakespeare-Solo von und mit Bernd Lafrenz am Samstag, 29. März, um 19.30 Uhr im Kurhaus Bad Hamm.

Die lustigen Weiber von Windsor: Bernd Lafrenz (Foto: Olympia Sprenger)

Sir John Falstaff und seine drei Kumpane schlagen sich in Windsor mehr schlecht als recht durchs Leben. Aber Falstaff hat schon eine glorreiche Idee, wie er bequem zu Geld kommen kann: er beschließt, zwei reiche Bürgersfrauen - natürlich verheiratet! - zu umwerben und sich aus deren "Portokasse" zu bedienen. Leider ist der Gute aber nicht gerade das, was man sich unter einem Frauenverführer vorstellt, schon etwas älter, leicht übergewichtig und ein Poet ist auch nicht unbedingt an ihm verlorengegangen - schreibt er beiden Damen doch denselben Brief. Seine Worte fallen auch nicht unbedingt auf fruchtbaren Boden, beide Damen, Frau Page und Frau Ford, sind miteinander befreundet und entdecken sein Doppelspiel recht schnell. Sie beschließen, dem Möchtegern-Romeo eine Lektion zu erteilen. Bei der Umsetzung ihres Planes hilft ihnen Frau Quickley und wird Dritte im Bunde der Frauenverschwörung.

Falstaff wird von der Abwesenheit des Herrn Ford informiert und nützt die günstige Gelegenheit, um ein Techtelmechtel mit seiner Gattin zu beginnen. Da stürmt Frau Page ins Haus und warnt die "Turteltäubchen", dass der eifersüchtige Herr Ford früher als erwartet wieder zuhause sein wird. Falstaff gelingt es, gerade noch rechtzeitig zu entkommen - muss dafür aber einige Unannehmlichkeiten ertragen. Die Damen indes sind hocherfreut über ihren gelungenen Coup und beschließen, Falstaff ein weiteres Mal an der Nase herumzuführen.

Die "Merry Wives of Windsor" schrieb Shakespeare vermutlich um 1597, erstmals veröffentlicht wurde das Stück 1602. Mit Falstaff steht eine Figur im Mittelpunkt, die bereits in "Henry IV" am Rande auftauchte. Laut einer Überlieferung hat die Nachwelt das Königin Elisabeth selbst zu verdanken: ihr habe die Rolle des Falstaff im Königsdrama so gut gefallen, dass sie ihn gern als Liebhaber sehen wollte.

Wer könnte diese Komödie besser in Szene setzen als der Freiburger Schauspieler Bernd Lafrenz? Am Samstag, 29. März, beweist er um 19.30 Uhr im Kurhaus einmal mehr, wie gut er sich auf die Werke Shakespeares versteht.

Schon seit mittlerweile 30 Jahren bewältigt er seine große Dramen und Komödien auf der Bühne rasant und pointiert im Alleingang. Mit seinem komödiantischen Temperament, mit einem Feuerwerk an vielfältiger Gestik und Mimik und mit eigenen Texten voller sprühender Phantasie und Originalität spielt er in ganz und gar eigener, urkomischer Manier sämtliche Rollen aus Shakespeares berühmtesten Werken. Seine Bühnenpräsenz ist enorm und man glaubt wirklich, alle Gestalten zu sehen, die Lafrenz mit Witz, Ironie und blitzschnellen Kostümwechseln persifliert. Pantomime, Tanz, Schauspiel, Parodie, Clownerie fließen in einander über und sind schauspielerisch doch exakt getrennt. Wie gekonnt er "seinen Shakespeare" spielt, beweisen zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Theaterpreis der deutschsprachigen Gemeinschaft in St. Vith (Belgien), der 1. Preis des internationalen Wander-Theaterfestivals in Radebeul und der Publikumspreis der Stuttgarter Zeitung.

Passend zum 450. Geburtstag von William Shakespeare kommt Bernd Lafrenz jetzt nach Hamm zurück und präsentiert mit "Falstaff und die lustigen Weiber von Windsor" sein neuntes und brandneues Soloprogramm.

Was wohl dem armen Falstaff noch alles passiert? Karten (18,50 €/erm. 14,10 €) gibt’s beim Kulturbüro und den bekannten Vorverkaufsstellen.