„Guten Abend Hamm!" mit Gruß aus Carwitz

"Open Air und in Farbe: Eine ganz besondere Begegnung im schönen Carwitz!" unter diesem Motto lädt Euch Detlef Narloch am heutigen Montag um 21 Uhr zu einer neuen Ausgabe seiner Sendung „Guten Abend, Hamm!“ ein.

Achim Ditzen wird von Detlef Narloch interviewt

Kein Witz, dieses Carwitz! - Nur 50 km und damit etwa eine Autostunde von Berlin entfernt liegt der Ort Feldberger Seenlandschaft, eingebettet in eine durch die Eiszeit geformte, sanfte Hügel- und Seenlandschaft. Und ein besonders idyllischer Ortsteil ist eben dieses Carwitz, das vor allem in den Sommermonaten beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel ist. So manch ein Carwitz-Besucher ist dabei überrascht, in diesem beschaulichen Ort einen nicht nur für Literaturbegeisterte interessanten Schatz vorzufinden: Das Fallada-Haus, in dem Rudolf Ditzen, besser bekannt unter seinem Autorennamen: Hans Fallada, mit seiner Familie von 1933 an bis zur Trennung von seiner Frau im Jahr 1944 lebte. Dieser, auch heute noch eine besondere Magie ausstrahlende, Lebensort inspirierte Hans Fallada zu Büchern mit stark biografischer Färbung, aber auch zu vielen Romanen, mit denen er Weltberühmtheit erlangte.

In jedem Sommer veranstaltet die vor 25 Jahren gegründete Hans-Fallada-Gesellschaft hier ihre Hans-Fallada-Tage mit abwechslungsreichen Programmpunkten. Und im ganzjährig geöffneten Fallada-Museum wird die Familiengeschichte der Ditzens und die gesamte Schaffensperiode des überaus produktiven Schriftstellers lebendig. 

Hans Fallada bezahlte seine intensive, selbstausbeuterische schriftstellerische Tätigkeit und den zeitweisen Rauschmittelkonsum mit seiner Gesundheit, musste mehrere Male intensiv medizinisch behandelt werden. Bereits 1947 starb er im Alter von nur 53 Jahren in Berlin. Den Erfolg seines im gleichen Jahr erschienenen letzten Romans "Jeder stirbt für sich allein" konnte er nicht mehr miterleben. Des Romanes, der erst vor wenigen Jahren auch von einem großen internationalen Publikum, vor allem im englischsprachigen Raum, für sich entdeckt wurde und der im vergangenen Jahr mit Oscar-Preisträgerin Emma Thompson und Daniel Brühl neu verfilmt wurde.

Über die Gründe für diesen aktuellen Erfolg und die anhaltende Beliebtheit des Fallada-Werkes, über das Fallada-Haus und die dort verlebte eigene Kindheit sowie über die Besonderheit, als Sohn ständig auf den  prominenten Vater angesprochen zu werden, unterhält sich Detlef Narloch mit Achim Ditzen, dem 1940 geborenen Sohn Hans Falladas. Die beiden trafen sich im Garten des Fallada-Anwesens am Ufer des romantischen Carwitzer Sees, genau dort, wo auch Hans Fallada oft und gern mit seiner Familie gesessen hat.     

Unsere Besuchsempfehlung:

Hans-Fallada-Museum

Zum Bohnenwerder 2

17258 Feldberger Seenlandschaft / OT Carwitz

Weitere Informationen unter: www.fallada.de und www.feldberger-seenlandschaft.de

RRH-Tipp aktuell:

"Hans Fallada. Der Trinker."

Im Jahr 2015 erschienene erste Graphic Novel nach und über Hans Fallada, gezeichnet und erzählt vom Berliner Comic-Künstler Jakob Hinrichs. Erschienen im Metrolit Verlag und bei der Büchergilde Gutenberg. Empfehlenswert!

"Im Rausch des Schreibens", NDR/arte Film-Produktion: ein Teil der szenischen Dokumentation entstand vor Ort in Carwitz unter Mitwirkung unseres Interviewgastes Achim Ditzen, Ausstrahlung voraussichtlich im Herbst dieses Jahres 

Kurzüberblick (Auswahl) zum literarischen Werk Hans Falladas:

1920 erscheint bei Rowohlt sein erster Roman "Der junge Goedeschal";

1932 hat er den ersten Welterfolg mit "Kleiner Mann, was nun?";

Während seiner Zeit in Carwitz entstehen u. a. die Bücher "Wer einmal aus dem Blechnapf frisst", "Wir hatten mal ein Kind", "Wolf unter Wölfen", "Der eiserne Gustav", "Der ungeliebte Mann", "Geschichten aus der Murkelei" und "Ein Mann will hinauf";

Im Jahr 1944 entsteht während eines Zwangsaufenthaltes in der geschlossenen Heilanstalt Strelitz das sog. Trinkermanuskript, aus dem u. a. der bekannte Roman "Der Trinker" hervorgeht;

1947 erscheint das Ende 1946 innerhalb von nur 4 Wochen geschriebene Werk "Jeder stirbt für sich allein"