Corona: Drei Schulen in Hamm werden geschlossen

Die Stadt Hamm reagiert auf die Entwicklungen bei Tönnies: Drei Schulen werden geschlossen, es werden umfangreiche Corona-Tests durchgeführt.

Corona: Drei Schulen in Hamm werden geschlossen (Foto: Gerd Altmann auf Pixabay)

Drei Kinder aus zwei Familien sind positiv auf das Corona-Virus getestet worden und waren in den letzten Tagen in der Schule. Deshalb werden die drei Schulen bis zu den Sommerferien geschlossen. Alle Lehrer und Schüler der jeweiligen Klassen sowie alle weiteren Kontaktpersonen der infizierten Kinder werden vom städtischen Coronamobil getestet und bis zum Testergebnis unter Quarantäne gestellt.

„Wir sind uns sehr wohl bewusst, welche Belastung die Schließung für die Schüler und Eltern bedeutet – auch wenn die Schließung nur fünf Tage vor den Ferien betrifft. Wir können das Risiko aber nicht eingehen, dass das Virus doch auf weitere Schüler außerhalb des Klassenverbundes überspringt. Deshalb bleibt uns nur die Schließung der Schulen", erläuterte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann am Freitag.

Die Kinder sind an drei unterschiedlichen Schulen in Hamm: an der Gebrüder-Grimm-Schule (Grundschule), der Friedrich-Ebert-Realschule und der Albert-Schweitzer-Schule (Hauptschule). Die infizierten Schüler haben sich nicht in einer Schule infiziert, sondern bei ihren Eltern, von denen mindestens ein Elternteil bei Tönnies arbeitet. Insgesamt leben 95 Mitarbeiter von Tönnies in Hamm. „Die entsprechende Liste der Mitarbeiter hat uns erst am späten Freitagvormittag erreicht – deutlich später, als es in meinen Augen hätte sein sollen. Wir arbeiten jetzt mit Hochdruck daran, die schulpflichtigen Kinder der Mitarbeiter zu identifizieren", betonte Hunsteger-Petermann.

Alle weiteren Schüler und das Personal der betroffenen Schulen erhalten von der Stadt Hamm die dringende Empfehlung, sich vom Hausarzt auf das Coronavirus testen zu lassen. Die Stadt Hamm tritt als Bürge für diese symptomunabhängigen Tests ein. „Eine Diskussion um Kosten darf es an dieser Stelle nicht geben: Diese Tests müssen gemacht werden", stellte der Oberbürgermeister klar. Die niedergelassenen Ärzte in Hamm werden über die entsprechende Regelung von der Stadt Hamm informiert.

Daneben traf der Oberbürgermeister eine klare Regelung für Schulen, an denen Schüler sind, die als ärztlich bestätigter Corona-Verdachtsfall oder Kontaktperson der Kategorie I auf das Virus getestet werden: Die Klassen dieser Schüler sowie alle weiteren Kontaktpersonen werden Anfang kommender Woche ebenfalls vom Coronamobil auf das Virus getestet. Derzeit gibt es eine Handvoll Schulen mit dieser Konstellation in Hamm. Die Entscheidung, ob es sich bei einem Schüler um einen Verdachtsfall handelt und ein Test durchgeführt wird, trifft der jeweilige Hausarzt – anschließend läuft das Testverfahren in der Klasse an.

„Es ist völlig klar, dass jetzt viele Eltern verunsichert sind und nicht genau wissen, wie sie sich verhalten sollen", sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. „Auch wenn durch das Hygienekonzept für die nicht-betroffenen Schulen keine erhöhte Gefahr besteht: Wir stellen es natürlich allen Eltern frei, ihre Kinder bis zum Ferienbeginn nicht in die Schule zu schicken".

Da mit dem Unternehmen Tönnies wieder eine Fleischfabrik hohe Corona-Infektionen aufweist, hat das Land NRW darüber hinaus die Stadt Hamm zu einer weiteren Vorsichtsmaßnahme angewiesen: Alle rund 1.150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma Westfleisch werden am Sonntag und Montag erneut von der Stadt Hamm in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen getestet.