Aus für "Sträters Männerhaushalt"

Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern: Die Aufzeichnungen zu "Sträters Männerhaushalt" im März im "Steffy" in Oberhausen werden die letzten beiden sein!

Torsten Sträter (Foto: Sabine Begett)

Mit den Ausgaben 19 und 20 wird ein Schlussstrich gezogen unter die beliebte... ja was eigentlich? Comedy-Reihe? Damit wird man einem Torsten Sträter nicht gerecht. Denn Sträter ist nicht nur Autor und Geschichtenerzähler, nein. Bei der mit viel Getöse angekündigten WDR-Veranstaltung "Schicht im Schacht - Aber nicht Schluss mit lustig" war Sträter der einzige, der sich fragte, warum denn gerade mal zwei (!) Bergleute anwesend waren, wenn es doch die Bergleute sein sollten, die  anlässlich der Schließung der letzten Zeche Deutschlands eine besondere Wertschätzung erfahren sollten. Ganze zwei Bergleute! Ansonsten vermutlich geladenes Volk und Politprominenz. Da kann ein Sträter schon mal die Augenbraue heben und den Finger in diese verdammt peinliche Wunde legen.

Er ist sich bekanntlich auch nicht zu fein, für Darmvorsorge oder Prostatauntersuchungen zu werben und bezieht auch immer wieder kurz und prägnant Stellung zu politischen Themen. Sehr schön war das zu beobachten bei der Sendung "Die 90er", in der er einer von den Promis war, die sich zu Diddl-Maus bis hin zu den ersten massenkompatiblen Videospielen äußern durfte oder auch musste. Er schien, als sei er der Einzige, der sich ernsthaft mit den Stichworten auseinandergesetzt hatte und der seine ehrliche und nicht aufgesetzte Meinung kundtat.

Aber ich gerate ins Schwärmen. Kein Wunder, denn da, wo andere ihr mühsam einstudiertes Programm abspulen, da hat ein TS Mutterwitz und ist schlagfertig. Andere tun so, als sei "der Ruhrpott ihr sein Zuhause sein tun, hömma" und sind doch so locker, als hätten sie einen Besenstiel dort, wo vermutlich nie eine Zahnbürste hinkommt. Schon allein der Begriff "Ruhrpott" lässt seine Haare unter der Mütze zu Berge stehen. "Auf den Pott geht man. Es heißt Ruhrgebiet" klärt er seine Zuhörer denn auch auf. Und trotzdem (oder gerade deshalb) hört man ihm an, dass er tatsächlich aus unserer Ecke kommt. Ja, Waltrop zählt da gerade noch zu. Von Waltropern hörten wir, dass er dort auch häufiger zu sehen ist. Kein arroganter Typ, wie es sie zuhauf gibt. Ganz normal eben. Hoffentlich bleibt das so. Was mich irgendwie wieder zum Beginn meines Textes bringt. Warum macht er mit "Sträters Männerhaushalt" Schluss? Keine Ahnung. Vielleicht ist es aber auch besser, selbstbestimmt zu sagen: "Alles Wichtige ist gesagt und meine Wunschgäste hatte ich alle." Vielleicht will er einfach nicht warten, bis er nach und nach abserviert wird. Hat was. Diejenigen, die jetzt auf die Idee kommen: Oh, dann nehme ich an der Aufzeichnung einer der beiden letzten Sendungen doch noch mal schnell teil - vergesst es. Obwohl die Gäste noch gar nicht feststehen, ist das Steffy längst ausverkauft.

Bleibt zu hoffen, dass ein neues regelmäßiges Format folgt. Aber womöglich arbeitet er auch einfach nur an einem neuen Programm? Wir sind jedenfalls sicher, dass uns Torsten Sträter auch weiterhin erhalten bleibt - als einer der wenigen wirklich witzigen und humorvollen, schlagfertigen und intelligenten Comedians/Humoristen/Slammer/Geschichtenerzähler/Autoren/Männer im TV und auf den Bühnen.