Klarinettenzauber im Kurhaus Bad Hamm

Mit 17 schmiss er die Schule hin und lebte nur noch für die Klarinette. Mit 22 hatte er die wichtigsten deutschen Musikwettbewerbe in der Tasche. Mit 24 hatte er es geschafft und wurde Solo-Klarinettist im SWR Symphonieorchester.

Sebastian Manz (© Marco Borggreve)

Heute, mit Anfang 30, ist er einer der Top-Solisten auf den Konzertbühnen und spielt mit den Besten seiner Generation in Kammermusikensembles. Grund dafür ist natürlich sein musikalisches Können, genauso aber auch seine frische und zupackende Art und seine Energie. Sebastian Manz machte Karriere im Zeitraffer, insgesamt drei Echo-Klassik-Preise belohnten das. Was den gebürtigen Hannoveraner von den meisten seiner Klarinettenkollegen abhebt, ist überdies seine Offenheit für Musik aller Epochen, seine Unvoreingenommenheit gegenüber den Stilen. Manz fühlt sich in allen Genres zuhause und auch das macht ihn besonders.

Webers Klarinettenquintett steht im Mittelpunkt am Samstag, 2. Februar, um 19.30 Uhr im Kurhaus Bad Hamm. Alle Klarinettenwerke von Carl Maria von Weber spielte Sebastian Manz für eine Doppel-CD ein – und hatte damit überwältigenden Erfolg. Einen Echo-Klassik heimste das Album ein, schaffte es auch in die Bestenliste der Deutschen Schallplattenkritik.

Webers Klarinettenkonzert war auch die eigentliche Initialzündung für Manz´ Klarinettisten-Laufbahn: Ausgerechnet Star-Jazzer Benny Goodman spielte den Weber-Part auf einer CD, die Manz als Jugendlicher hörte und die ihn für die Klarinette begeisterte. So frei wie Goodman interpretiert er heute Webers hinreißend komponierte Werke, mit allen seinen künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten.

Neben Weber steuert Carl Stamitz eines der ersten Werke für das gerade "erfundene" Instrument Klarinette dem Konzertabend bei, Mendelssohn seine 12. Streichersinfonie und Mozart das Divertimento F-Dur. Gemeinsam ist allen diesen Werken ihr Elan und die Lebensfreude, der Übermut, den sie versprühen.

Manz zählte u. a. Sabine Meyer und Rainer Wehle zu seinen Lehrern. Seit 2018 ist er künstlerischer Leiter des Festivals ":alpenarte" und engagiert sich neben seiner Konzerttätigkeit in der von Lars Vogt gegründeten Organisation "Rhapsody in School".

Sein Partner in Hamm ist das Deutsche Kammerorchester Berlin, das seit 1989 besteht. Längst ist das DKO fester Bestandteil des heimischen Musik- und Kulturlebens geworden und spiegelt die Atmosphäre Berlins wider: Musiker aus der Stadt und internationale Kollegen bilden einen Klangkörper, der immer wieder durch seine Neugierde und sein Engagement begeistert und mit exzellenter Klangqualität überzeugt. Das Ensemble besteht aus rund zwanzig Musikern unter der Leitung des Ersten Konzertmeisters Gabriel Adorján. Neben seiner festen Konzertreihe in Berlin gastiert das Ensemble im In- und Ausland.

Tickets für den zauberhaften Konzertabend gibt es beim Kulturbüro der Stadt Hamm, allen Eventim-Vorverkaufsstellen und im Web-Shop unter www.hamm.de/kultur