Götzimaus – oder wie wir sagen: Herr Alsmann - wird 60!

Der WDR hat in seinen Archiven Unmengen an Material von (Dr.) Götz Alsmann, der am 12. Juli seinen runden Geburtstag feiert. Grund genug, ein Team (vermutlich) in den Keller zu schicken, um Beweismittel für die langjährige Schaffenszeit des begnadeten Musikers, Radio- und Fernsehmoderators und Entertainers zu Tage zu fördern.

Ganz nebenbei ist Götz A. auch noch Autor und – natürlich in Sachen Musikwissenschaft - Honorarprofessor an der altehrwürdigen Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster. Doch das ist beileibe noch nicht alles, was dieser Münsteraner Tausendsassa im Zweifelsfalle vorzuweisen hätte.

Dieses sorgsam sortierte und liebevoll zusammengestellte Archivmaterial genügte WDR-Autor Klaus Michael Heinz jedoch nicht. Für „Fast ein Selbstportrait“ ließ er ein Filmteam Alsmann zu einem Konzert in Oberhausen und zu einer Operetten-Gala in Dresden begleiten. Auch als Alsmann zum ersten Mal im Leben nach Italien reiste, war das Filmteam dabei. Ziel: das berühmte Studio von Ennio Morricone in Rom. Kleine Anmerkung am Rande: das Mischpult alleine ist fast so groß wie unser ganzes Studio!

Doch natürlich war man mit dem Geburtstagskind in spe auch in seiner Geburtsstadt Münster, der er bis heute treu geblieben ist, unterwegs. Viele Orte, die sein Leben prägten, werden dem Zuschauer vorgestellt.

Der Zufall wollte es, dass die Wohnung, in der die Alsmanns in seiner Kindheit wohnten, mittlerweile von einem Nachbarsmädchen von einst bewohnt wird. Spontan lud sie das Filmteam mit Götz Alsmann in die Wohnung ein. „Da, das war mein Kinderzimmer!“ hatte der die damaligen Verhältnisse noch bildlich vor Augen. „Und da stand mein erstes Klavier“ wusste er zu berichten. Das Klavier, auf dem die Nachbarin von einst ihn schon damals spielen hörte. 

Als wir uns mit ihr unterhielten, plauderte sie: „Damals waren sich schon alle einig, dass aus dem Götz mal was wird.“ Dass er schon als junger Mensch ein „Typ“ war, kann sie nur bestätigen: „Ja, der Götz war auch schon immer schick angezogen. Auch andere Kinder trugen zu festlichen Anlässen auch mal feine Sachen, doch war Götz der einzige mit Krawatte.“ Wen wundert’s?

Aus all diesen Kameraaufnahmen und dem Archivmaterial machte Klaus Michael Heinz jedenfalls einen einstündigen Film - quasi als Geburtstagsgeschenk für einen der größten Quotenbringer des WDR - in der jüngsten Vergangenheit mit dem Dauerbrenner „Zimmer frei!“ (zusammen mit Christine Westermann). 

Ausgestrahlt wird „Götz Alsmann - Fast ein Selbstportrait“ am kommenden Samstag, den 8. Juli, um 22.45 Uhr im WDR Fernsehen. 

Die Radio Runde Hamm hatte das Vergnügen, am Dienstag das Preview im Kino „Kurbelkiste“ in Münster miterleben zu dürfen. Eingeladen waren – natürlich – Götz Alsmann, seine Frau Brigitte, die er – wie sie uns verriet – bereits seit stolzen 43 Jahren kennt! Der gemeinsame Sohn Max war ebenfalls da, wollte aber nicht fotografiert werden. Wir halten uns natürlich an solche Wünsche. Auch das damalige Nachbarsmädel, Bandkollegen, jede Menge Leute aus seiner TV- und Radiokarriere, Freunde und natürlich das Filmteam bevölkerten das schnuckelige kleine Kino.

Karin Kuhn, WDR-Leiterin des Programmbereichs Unterhaltung, Familie und Kinder eröffnete den offiziellen Teil und kündigte die aus der Sendung „Zimmer frei!“ bekannte „Ultimative Lobhudelei“ auf das Geburtstagskind in spe an. Diese kam dann von Valerie Weber, der WDR Hörfunk-Direktorin, die außerdem im Vorfeld dieses Termins in Münster unterwegs war und Menschen auf der Straße gefragt hatte, wie die sich als Münsteraner selbst sehen und ob Götz Alsmann diesen Kriterien entspreche. Uns fiel auf, dass die Selbstwahrnehmung der Münsteraner in vielen Punkten von der Wahrnehmung von außen abweicht. Jedenfalls war der kurze Beitrag doch sehr amüsant und sorgte für eine entspannte und fröhliche Stimmung im Saal.

Und dann ging es los mit dem „richtigen“ Film. Ein absolutes Muss für alle, die Götz Alsmann lieben und zu schätzen wissen. Mehr werden wir an dieser Stelle nicht verraten, denn Ihr sollt den „Götz Alsmann - Fast ein Selbstportrait“ am kommenden Samstag ja selbst anschauen. 

Das werden auch wir tun, denn so ganz bekamen wir den Film dann doch nicht zu sehen. Die Technik streikte nämlich kurz vor Schluss und die letzten Minuten des Films wollten einfach nicht laufen, trotz wiederholter Versuche. Man fühlte sich ein wenig wie in „Und täglich grüßt das Murmeltier“, denn bei jedem erneuten Versuch begann der Film von vorn.

Wie in einem ganz anderen Film fühlt sich bekanntermaßen jeder Autofahrer, der sich mit seinem Vehikel in die Radfahrerhauptstadt wagt.

Diese Erfahrung machten wir nun zum wiederholten Male. Die Hinfahrt stellt im allgemeinen kein Problem dar, doch die Parkplatzsuche lässt einen bereits verzweifeln. Autofahrer müssen in Münster abgrundtief gehasst werden. Findet man nämlich nach endloser Suche endlich einen freien Stellplatz, so heißt das noch lange nicht, dass man ihn auch nutzen kann. Entweder es handelt sich um einen Anwohnerparkplatz, oder die Parkzeit ist auf – yippieh! - eine Stunde begrenzt. 

Da man seine Pappenheimer ja kennt, hatten wir die Zeit zum Haare raufen und aufregen bereits eingeplant. Und während wir auf das Eintreffen des ehemaligen Krawattenträgers des Jahres warteten, fuhren hunderte Radfahrer an uns vorbei. Dabei fiel uns auf, dass, anders als hier in Hamm, exakt nur ein einziger Radfahrer einen Helm trug! Götz kam zwar ohne Fahrrad, aber natürlich mit seiner schnieken Tolle. Wer würde dieses haarige Kunstwerk ernsthaft unter einem Helm verstecken wollen? Wir sind uns sicher: Der Alsmann jedenfalls nicht!

Nach dem Film hatten wir noch kurz Gelegenheit, mit Brigitte Alsmann zu sprechen. Götz sei ein unaufgeregter Vater, der stolz auf seinen Sohn sei. Max sei ebenfalls ein guter Musiker und teile rund zwei Drittel des Musikgeschmacks seines Vaters. Über das restliche Drittel – u. a. Heavy Metal - blicke Götz Alsmann gelassen hinweg. Ob ihr bewusst sei, was für einen tollen Mann sie da an ihrer Seite habe, fragten wir Frau Alsmann mit einem Zwinkern. „Naja,“ lacht sie „wir sind jetzt seit 1974 zusammen, da kennt man sich schon recht gut.“ 

Ganz zum Schluss hatten wir noch einmal kurz Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch mit Götz Alsmann. Wir sprachen ihn auf die zahlreichen Parallelen mit dem Leben und Wirken von Max Raabe an. Und tatsächlich verbindet ihn mit Max Raabe und auch Ulrich Tukur eine große Sympathie, die auch bereits zu zahlreichen gemeinsamen Auftritten geführt hat. Götz Alsmann meint, dass alle drei das im Wesentlichen gleiche Publikum ansprechen, ohne sich jedoch in die künstlerische Quere zu kommen. Während er selbst in der Nachkriegsära musikalisch zu Hause ist, orientiere sich Max Raabe z.B. eher an der Musik der Vorkriegszeit. Und Ulrich Tukur mache ja noch ganz was anderes.

Man spürt im Gespräch mit Alsmann sofort die Begeisterung und das große Interesse, sobald das Thema Musik angesprochen wird. Ein Leben ohne Musik ist für ihn unvorstellbar. 

Auch das Medium Radio hat für ihn nach wie vor höchste Bedeutung. Sieh an – da sind wir uns doch absolut einig! Sein Humor, seine Kunst des Moderierens und des freien Sprechens, seine Schlagfertigkeit – für jeden Radiomacher ein absolutes Vorbild. 

Schaut Euch am nächsten Samstag um 22:45 Uhr im WDR-Fernsehen „Götz Alsmann – Fast ein Selbstportrait“ an! Es lohnt sich!