Die Kunst des Münsteraner Tatorts

Es ist sicherlich eine Kunst einen guten „Tatort“ für das Fernsehen zu machen. Einen „Tatort“ zu machen, der das Thema „Kunst“ aufnimmt und mit einem Augenzwinkern zum roten Faden macht, ist dann schon ganz große Kunst, oder?

Das können wir nach der gestrigen Premiere des nunmehr 32. „Tatort“ aus Münster umgehend mit „Ja“ beantworten. „Gott ist auch nur ein Mensch“ ist der Titel des aktuellen Falls von Kommissar Thiel und Professor Boerne, der am Sonntag, 19. November, natürlich um 20.15 Uhr in der ARD zu sehen sein und sicherlich wieder auf eine Zuschauerzahl im zweistelligen Millionenbereich kommen wird.

Da momentan in Münster bereits die Dreharbeiten für den 33. Fall laufen – und der WDR mit dem fast kompletten Tatort-Team in der Stadt ist, fanden sich zur Premiere im Cineplex am Albersloher Weg in Münster diesmal besonders viele Beteiligte ein. Und das sorgte für einen großen Auflauf von Presse und Fans. Ein „knipsendes Heer“ von gefühlt 30 bis 50 Fotografen und Medienvertretern sowie zahlreiche Fans, die eine der rund 1.500 Karten für Vorstellung ergattert hatten, sorgten für mächtig Betrieb im Kino.

Neben Axel Prahl (Kommissar Thiel) und Jan Josef Liefers (Prof. Boerne) kamen auch ChrisTine Urspruch („Alberich“) und „Vaddern“ Claus Dieter Clausnitzer zur Premiere. So fehlten aus dem Münsteraner „Inner Circle“ eigentlich nur „Staatsanwältin“ Mechthild Großmann und – trotz Ankündigung - Friederike „Nadeschda“ Kempter. Das Aufgebot der Schaupielenden wurde aber noch eindrucksvoll von Gertie Honeck (spielt die Rolle der Nika Wenger), Matthias Bundschuh (spielt deren Sohn Roland) und vor allen Dingen Aleksandar Jovanovic, der im neuen „Tatort“ als Künstler „G.O.D.“ zu sehen ist, vervollständigt. Von „offizieller Seite“ sind auch WDR-Fernsehfilmchef Prof. Gebhard Henke und Produzentin Jutta Müller („Molina Film“) zur Premiere gekommen und stellen sich den Kameras.

Die knapp 45 Minuten, die für den offiziellen Pressefototermin angesetzt worden sind, vergehen wie im Flug. Zudem bekommen der WDR natürlich noch sein Interview für die „Lokalzeit“ und die Kollegin von „Antenne Münster“ noch ihren O-Ton… und wir auch tolle Fotos:  http://t1p.de/ionh

Zwei Dinge werden in der durchweg erfolgreichen 15-jährigen Münsteraner „Tatort“-Geschichte gerne von den Kritikern bemängelt: 1) die sind zu witzig. 2) da ist zu wenig Münster drin.
Nun, da möchten wir gerne gegen halten, dass ein „Münster Tatort“ als absolute Pflichtzutat die Witzigkeit haben muss. Da macht „Gott ist auch nur ein Mensch“ zum Glück keine Ausnahme. Die 90 Minuten trotzen nur so vor Wortwitz und ironisch-zweideutigen Szenen, die sich nicht nur auf die Dialoge zwischen Prahl und Liefers beschränken. Letztlich ist es aber auch ein Krimi, und der überzeugt mit einer sehr interessanten Geschichte. Lob an dieser Stelle an die Drehbuchautoren Christoph Silber und Thorsten Wettcke, aber auch an Regisseur Lars Jessen, der hier bei seinem jetzt dritten „Tatort“ aus Münster Regie führt.
Zudem bietet der 32. Fall fast durchgehend Münster. Schon genial und welch tolle Marketing-Strategie um die international renommierte Kunstausstellung „Skulptur Projekte 2017“ die Geschichte spielen zu lassen. Diese alle zehn Jahre stattfindende Ausstellung lief bekanntlich vom 10. Juni bis 1. Oktober diesen Jahres in Münster und erhält mit diesem „Tatort“ bis dato ungeahnte Nachhaltigkeit. Daumen hoch, das ist perfekt gemacht worden und wird auch die Stadtverantwortlichen mehr als stolz machen.