Das kalte Herz

Das Schauspiel mit Musik nach dem Märchen von Wilhelm Hauff ist am 2. Februar um 19.30 Uhr im Kurhaus Bad Hamm zu sehen, für alle Interessierten gibt es um 18.45 Uhr ein Einführungsgespräch.

Das kalte Herz (Foto: © Björn Hickmann Stage Picture)

Köhler Peter Munk hadert mit seinem Schicksal. Seine Arbeit ist hart, schmutzig, schlecht bezahlt und obendrein wird er von seinen Mitmenschen nicht respektiert. Er will mehr vom Leben, Geld in der Tasche haben und beliebt und geachtet sein. Was für ein Glück, dass er ein Sonntagskind ist – dadurch hat er beim "Glasmännlein", einem guten, leicht sonderbaren Waldgeist, drei Wünsche frei. Aber die sollte man sich schon gut überlegen! Peter beneidet den Tanzbodenkönig, also wünscht er sich, besser tanzen zu können als er und wird damit zum umjubelten Star. Und natürlich Geld, für ein eigenes Glashaus, Pferd und Wagen. Um mit diesen neuen Gaben umzugehen, ist allerdings Verstand vonnöten – den sich Peter aber nicht zu wünschen vermag, weswegen das Glasmännlein seinen dritten Wunsch verweigert in der Hoffnung, dass er selbst zu dieser Erkenntnis gelangt.

Das passiert aber nicht und so kommt es, wie es kommen muss: Peter verbringt mehr und mehr Zeit im Wirtshaus und verprasst dort sein ganzes Geld. Als ihm das Glasmännlein nicht helfen will, wendet sich Peter stattdessen an einen anderen Waldgeist, den dämonischen Holländer-Michel, dem er für Reichtum sein Herz verkauft. Jetzt hat er zwar wieder Geld, aber ein Herz aus Stein, das ihn zynisch und hartherzig macht: seine eigene Mutter fertigt er mit Almosen ab, alle Bittsteller jagt er vom Hof. Zwar heiratet er Lisbeth, das schönste Mädchen im ganzen Umkreis, aber die bereut den Schritt schon bald, leidet sie doch unter seiner Kälte und Gefühllosigkeit. Erst als Lisbeth durch Peters Verschulden ums Leben kommt, befällt ihn endlich Reue und er versucht verzweifelt, sein Herz zurückzubekommen.

Rebekka Kricheldorf hat Wilhelm Hauffs berühmtes Märchen für die Bühne bearbeitet, sinnvoll gekürzt und die Sprache behutsam auf zeitgenössisches Niveau gebracht. Regisseurin Bettina Jahnke vom Rheinischen Landestheater Neuss hat die Vorlage mit einem jungen, spielfreudigen Ensemble hervorragend adaptiert und mit Livemusik versehen. Die beiden Musiker sind komplett in die Handlung integriert, sorgen mit ausgesuchtem Instrumentarium sowohl für die passenden Geräuscheffekte als auch für die musikalische Untermalung einzelner Szenen. Pop- und Schlagerklassiker werden in eigener Interpretation passgenau in die Handlung eingefügt und geben dem Stück eine ganz besondere Note.

Am Freitag, 2. Februar, ist die kurzweilige Inszenierung um 19.30 Uhr im Kurhaus zu sehen. Für alle Interessierten gibt es um 18.45 Uhr wieder eine Einführung, die Hintergründe und Fakten zum Stück näher beleuchtet.

Wer gewinnt – Glasmännlein oder Holländer-Michel? Karten (ab 15,20 E) gibt’s beim städtischen Kulturbüro, allen Eventim-Vorverkaufsstellen und im Web-Shop unter www.hamm.de/kultur