ASV demontiert Tabellendritten mit 35:19 (Podcast verfügbar)

Viel Geduld mussten die Spieler und Anhänger des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen am Freitagabend beweisen.

Doch diese sollte sich am Ende sehr lohnen: Die 1.802 Zuschauer in der gut gefüllten WESTPRESS arena durften mit mehr als einstündiger Verspätung erleben, wie die Gastgeber die favorisierte SG BBM Bietigheim beim 35:19 (17:10) regelrecht demontierten.

Rund neun Stunden hatten die Gäste zuvor im Bus gesessen und bei der Anfahrt lange im Stau gestanden. So beginnt die Partie des 8. Spieltages statt um 19:15 Uhr erst mehr als eine Stunde später. Doch schnell dachte niemand mehr daran, denn die Mannschaft des ASV zog die Zuschauer sehr schnell in ihren Bann. Mit einer von der ersten Sekunde an makellosen Vorstellung entzauberten die Westfalen den zuletzt viermal siegreichen Gast. „Überragend“ habe seine Mannschaft die Vorgaben umgesetzt, erklärte nach Spielschluss ein glücklicher Trainer Kay Rothenpieler gegenüber der Presse. „Wir wollten von Anfang an hellwach sein und dann über den Kampf unsere Deckung aufziehen und unser Tempospiel aufziehen.“

Genau vor letzterem hatte SG-Trainer Hartmut Mayerhoffer im Vorfeld der Partie gewarnt. Doch die Gäste waren an diesem Abend nicht in der Lage, dem herausragenden ASV etwas Wirksames entgegenzusetzen. „Ich will zum Spiel besser nichts sagen. Hamm hat sicher eine tolle Leistung gezeigt“, sagte der Coach. „Aber wir haben neun Stunden im Bus gesessen und hatten genau 35 Minuten, bevor das Spiel angepfiffen wurde, das hat mit Leistungssport nichts mehr zu tun“, so Mayerhoffer im Interview mit dem Westfälischen Anzeiger. Einzig Rückraum Gerdas Barabskas erwies sich mit insgesamt sechs Treffern noch als torgefährlich, doch alle anderen Spieler hatte die ASV-Abwehr perfekt im Griff. Hinzu kam ein überragender Felix Storbeck, der perfekt mit der Deckung harmonierte und rund zwanzig der Bälle entschärfte, die noch auf sein Gehäuse flogen. So blieben die Gäste fast bis zum Schluss der ersten Halbzeit einstellig. Beim Stand von 17:10 zur Halbzeit hatte der ASV bereits den Grundstein für einen furiosen Heimsieg gelegt. 

Und statt in der zweiten Halbzeit die Partie ruhig ausklingen zu lassen, setzten die Gastgeber, bei denen sich auch alle Wechselspieler nahtlos einfügten, immer weiter nach und entließen die SG keine Sekunde aus ihrem Griff. So schraubten die Hausherren vor begeisterter Kulisse trotz mehrfacher Unterzahlsituaitionen nicht nur das Ergebnis noch auf 16 Treffer Differenz, am Ende blieb auch noch Zeit für einen Kempa-Trick durch Lars Gudat.

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