Wachs und Lakritz… Doppel-Premiere in Münster

„Spooky“ war am Donnerstagabend das Wort, das man häufiger hörte. Damit fasste Schauspieler Axel Prahl seine erste Begegnung mit der Wachsfigur des Tatort-Kommissars Frank Thiel kurz, aber treffend, zusammen.

Nachdem Tatort-Partner Jan Josef Liefers in Person von Professor Karl-Friedrich Boerne vor einigen Tagen bereits Einzug in das Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds in Berlin feiern konnte, wurde nun im Münsteraner Cineplex der „Wachs-Thiel“ vorgestellt. Dass diese Premiere mit der Premiere des 35. Tatorts aus Münster auf den gleichen Tag fiel, war für alle Beteiligten und die wieder einmal zahlreichen Interessierten eine tolle Sache. Um die Wachsfigur und seine menschliche Vorlage gründlich in Augenschein nehmen zu können, gab es extra einen Fototermin bevor sich dann alle Fotografen nach kurzem Durchschnaufen auf die anwesende Tatort-Familie stürzen konnten. Auch hier erhielt die Wachsfigur ihren Auftritt. „Der ist größer als das Original“, stellte Christine „Alberich“ Urspruch schmunzelnd fest.

Neben Axel Prahl und Christine Urspruch waren aus dem aktuellen Tatort-Team Vincent Hahnen und Sarah Buchholzer nach Münster gekommen. Eine kleine Rolle durfte auch Stefanie Heinrich spielen. Die Moderatorin der „Lokalzeit Münsterland“ konnte einen Tag in die Dreharbeiten hineinschnuppern. Auch Drehbuchautor Thorsten Wettcke, Regisseurin Randa Chahoud und Eike Ebbel Groenewold, der für die Musik verantwortlich zeichnet, waren zur Premiere vor Ort.

„Lakritz“ heißt der neue Tatort aus Münster und dreht sich rund um den Mord an Marktmeister Wagner. Dass sich hier interessante Parallelen zu einem Todesfall auftun, der sich vor vier Jahrzehnten zugetragen hat, ist einer der Handlungsstränge im Drehbuch von Thorsten Wettcke. Ein weiterer höchst unterhaltsamer Aspekt ist eine optische Zeitreise zum pubertierenden Karl-Friedrich Boerne, der von Vincent Hahnen dargestellt wird. Für Vincent erst die zweite Rolle. Dass er da gleich Jan Josef Liefers spielen darf, sei für ihn ein Traum. Liefers habe ihn durch seine Darstellung des Barons Münchhausen im Jahr 2014 dazu gebracht, selbst Schauspieler zu werden, verrät Vincent Hahnen.

Während Thorsten Wettcke für sein viertes Buch zu einem Tatort aus Münster verantwortlich zeichnen kann, war die Regie-Arbeit für Randa Chahoud ihre erste für das Team aus Münster. „Ich war neu, und die anderen eingespielt. Das war so, als kommst Du zu einem Jazzorchester und fragst, darf ich mitspielen“, lobt die Regisseurin die Zusammenarbeit, und Thorsten Wettcke zeigt sich „megaglücklich“ darüber, wie Randa Chahoud das Ganze umgesetzt habe.

Für die Fans der Münsteraner Ermittlergruppe gibt es in „Lakritz“ eine Reihe von Überraschungen. Wer konnte sich bis heute einen joggenden Kommissar Thiel vorstellen? Wer hätte je daran gedacht, dass Prof. Boerne seine Alberich nicht nur lobt, sondern sogar küsst? Und schließlich… unglaublich, dass aus Thiel und Boerne – zumindest phasenweise – ziemlich beste Freunde werden? Der neue Tatort aus Münster wirkt in seiner 35. Auflage frisch, immer wieder überraschend und bietet reihenweise Momente an, die einem stets ein Dauergrinsen ins Gesicht zaubern… und das liegt nachweislich nicht an Vadderns berauschenden Keksen (noch so ein Highlight des Films!!).

Die Premiere von „Lakritz“ am gestrigen Donnerstag haben rund 2000 Menschen verfolgen können… die restlichen Millionen sollten das am Sonntag, 3. November, um 20.15 Uhr in der ARD nachholen.

Für alle, die noch ein passendes TV-Geschenk in der Vorweihnachtszeit suchen, haben die Münsteraner in diesem Jahr noch etwas Passendes vorbereitet: Am 22. Dezember gibt es mit „Väterchen Frost“ einen dritten Münster-Tatort 2019. Dann allerdings aus organisatorischen Gründen aber ohne Vorab-Premiere.

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