„Tatort Köln“ – Pressetermin in Langenfeld

Ein neuer Tatort aus Köln, und endlich ist auch die Radio Runde Hamm wieder für Euch dabei! Schon seit dem 29. Mai laufen die Dreharbeiten unter dem Arbeitstitel „Außer Kontrolle“, am vergangenen Montag, den 11. Juni, war nun auch die Presse geladen.

Es geht thematisch in dem neuen Tatort aus Köln um einen Polizistenmord. Bei einem Routineeinsatz wegen einer nächtlichen Ruhestörung in einer Villa, die in einem gutbürgerlichen Wohngebiet liegt, wird eine junge Polizistin verletzt und traumatisiert, ihr Kollege wird brutal zusammengeschlagen und überlebt diese heftige Attacke nicht. Die Kölner Kommissare Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) ermitteln.

Als Drehort hat das Tatort-Produktionsteam eine schöne Villa in einem bestens geeigneten Wohngebiet in Langenfeld bei Solingen auserkoren. Und dort fand am Montag auch der Pressetermin statt. Immer tiefer in die gutbürgerliche Welt von Langenfeld führte uns das Navigationsgerät, vorbei an zig Einfamilienhäusern und Villen. Mal links, mal rechts abgebogen ... und dann sehen wir plötzlich in einer kleinen Seitenstraße einen LKW aus Köln mit der Buchstabenkombination „TV“ auf dem Nummernschild. Und tatsächlich: im Hintergrund erkennt man eine Absperrung. Hier muss es also sein. Ist schon komisch, so mitten in diesem Wohngebiet an einem Montagmittag...

Wir hatten Staus einkalkuliert, die aber erfreulicherweise ausblieben, und so waren wir viel zu früh da. Egal! So ein Drehtag ist ja eine spannende Sache. Also Kamera, Kuli und Block geschnappt und hin zur Absperrung. Sabine entdeckt, dass gerade gedreht wird und greift nach ihrer Kamera, als jemand recht aggressiv brüllt: „Halt! Stop! Hier wird nicht fotografiert!“. Doch der Schreck am Montagmittag löst sich in Gelächter auf, denn der „Anpfiff“ galt einem Schauspieler, der einen aufdringlichen Fotografen spielt, und gehört zum Dreh.

Was anfangs noch unser großes Interesse weckt, stellt sich im Verlauf dann aber quasi als Endlosschleife heraus. Die Szene wird immer und immer wieder gedreht, ein Sarg von dem Grundstück getragen und im Leichenwagen verstaut, ein junger Mann abgeführt und in einen Streifenwagen gesetzt. Und dann alles wieder auf Anfang. Als wir meinen, dass die Szene endlich im Kasten ist, kommt die Anordnung, dass jetzt alles noch einmal, diesmal mit der Handkamera gedreht werden soll.

Wir kommen mit einem jungen Mann ins Gespräch, der die Absperrung absichert und ab und zu, während kurzer Drehpausen, den aufgestauten Verkehr abfließen lässt, sowie mit Nachbarinnen am Drehort. Die Aufnahmen dauern in Langenfeld schon einige Tage an, die Anwohner müssen da so manche Einschränkungen und Überraschungen in Kauf nehmen. Eine Nachbarin, die direkt neben dem Drehort wohnt, berichtet, dass sie eines Nachts um drei Uhr (!) durch laute Schreie und Schüsse jäh aus dem Schlaf gerissen worden sei. Nebenan wurden, wie sich herausstellte, Nachtaufnahmen gemacht.

Eine andere Nachbarin hat eigentlich mit Krimis und dem Tatort so rein gar nichts am Hut, sie bevorzugt Spielfilme von Rosamunde Pilcher, verrät sie uns. Aber wenn in der Nachbarschaft gedreht wird, dann wird man wohl den Tatort schauen, meinten beide. So richtig genervt schien keiner der Anwohner zu sein, auch wenn die Drehaufnahmen dort noch einige Tage weitergehen werden.

Derweil rückt der angekündigte Pressetermin näher, doch die Aufnahmen mit der Handkamera sind noch immer nicht fertig. Das scheint dem Produktionsteam ein klein wenig an die Nerven zu gehen. Wir und einige andere inzwischen eingetroffene Fotografen werden erst einmal in das „Basislager“ geschickt, zwei Straßen weiter. Der fleißige Helfer, der uns den Weg zu erfrischenden Getränken und Häppchen weist, ist sehr freundlich, aber bestimmt. Trotzdem wagt es einer der von ihm „eingesammelten“ Fotografen, sich zur Wehr zu setzen: „Ähm, ich gehöre zu den Schauspielern?!“ Ach ja, der Paparazzo, der vom Polizisten rabiat des Platzes verwiesen wird... Okay, der darf natürlich bleiben und sich ein weiteres Mal vom Grundstück werfen lassen.

Aber dann geht es endlich los. Rund anderthalb Dutzend Fotografen nehmen, wie zuvor erklärt, Aufstellung. Die Schauspieler, einige Leute vom Produktionsteam und einige Komparsen stellen sich gut gelaunt und recht dekorativ vor die Grundstückseinfahrt, eingerahmt vom Streifenwagen rechts und dem Leichenwagen links. Nebenbei bemerkt sind der Leichenwagen und auch der Bestatter am Drehort echt! Einem ebenfalls anwesenden Team der WDR Lokalzeit Köln erzählte der Bestatter von seinen „echten“ Fällen: Leichen mit Tüten über dem Kopf, Doppelmorde und vieles mehr. Da lief einem schon der eine oder andere Schauer über den Rücken!
Übrigens: Schwerpunkt des Interesses war beim Team von der Lokalzeit diesmal ausgerechnet die Fotografenschar, und beinahe wären wir selbst zu Akteuren geworden. Aber dieser Kelch ging glücklicherweise an uns vorüber. Uff!

Während des Fototermins gesellen sich mehr und mehr Anwohner zu uns und fotografieren mit ihren Handys einfach mit. Und schwupp... haben auch sie das Mikrofon von der WDR Lokalzeit vor der Nase. Ob sie den Kriminalfall schon gelöst hätten, werden sie gefragt. Au weia!

Und nachdem die Schauspieler und sonstigen Akteure in den verschiedensten Kombinationen, aber leider immer frontal in die Mittagssonne schauend, von allen Fotografen abgelichtet worden sind, ist alles urplötzlich vorbei. Zeit fürs Mittagessen.

Und auch wir verspüren ein leichtes Hungergefühl. Also ab in die City von Langenfeld, die von uns allerdings keinen Preis für Architektur bekommen wird. Sie soll zu den reichsten Kommunen NRWs gehören. Wir wissen nun auch warum, denn die Gelder für teure Beschilderungen wurden fast komplett eingespart. Ohne Navi oder guten Kenntnisse in der Spurensuche findet man aus Langenfeld nie wieder raus! Aber im Ernst: Uns hat der Tag dennoch riesengroßen Spaß gemacht.

Der endgültige Titel dieser Tatortfolge und ihr Ausstrahlungstermin stehen bisher noch nicht fest.
„Außer Kontrolle“ war übrigens im Jahre 2003 ein Tatort vom MDR, was eigentlich dafür spricht, dass der Arbeitstitel nicht der endgültige Titel sein wird.

Ein interessantes Detail am Rande haben wir auf der Seite www.tatort-fundus.de, DEM Nachschlagewerk für Tatort-Fans, entdeckt. Dort heißt es:

„Wird das ein „Event-TATORT“?
Erstmals haben die ARD Degeto (Redaktion: Birgit Titze) und der Westdeutsche Rundfunk Köln (Redaktion: Götz Bolten) gemeinsam einen TATORT beauftragt. Das deutet auf eine besondere Programmplatzierung im Ersten hin („Event-TATORT“).

Wir sind gespannt.

Weitere Informationen entnehmt der nun folgenden offiziellen Pressemitteilung.

In Köln haben die Dreharbeiten für den Tatort "Außer Kontrolle" (AT) begonnen: Produzentin ist Sonja Goslicki von der Bavaria Fiction (Niederlassung Köln).  Das Drehbuch zu „Außer Kontrolle“ stammt von Rainer Butt ("Tatort – Narben", "Großstadtrevier") und Christine Hartmann. Regie führt Christine Hartmann ("Tatort – Familien", "Ein Schnupfen hätte auch gereicht").

Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) ermitteln in einem Polizistenmord: Eigentlich sollten die Polizisten Melanie Sommer (Anna Brüggemann: "Mitten in Deutschland: NSU – Die Ermittler", "Das Dorf der Mörder") und Frank Schneider bei einer lauten Feier in einem Wohnhaus nur für Ruhe sorgen. Doch wenig später wird die junge Polizistin verletzt und traumatisiert im Garten des Hauses aufgefunden. Ihr Kollege wurde so brutal zusammengeschlagen, dass für ihn jede Hilfe zu spät kommt. Der Polizistenmord sorgt nicht nur im Präsidium und in der Presse für Aufregung. Auch Frank Schneiders Lebensgefährte Stefan Pohl (Max Simonischek: "Der gute Bulle", "Die göttliche Ordnung") kann den Verlust nicht fassen: Die beiden hatten sich im Dienst kennengelernt. Die Beziehung sah der Dienststellenleiter Bernd Schäfer (Götz Schubert: "Wolfsland", "Der Turm") nicht gern. Auch, dass die Mordkommission jetzt die eigenen Leute überprüft, passt ihm gar nicht.
Mit im Einsatz sind Joe Bausch als Rechtsmediziner Dr. Roth und Roland Riebeling als Norbert Jütte, der Assistent von Ballauf und Schenk. In weiteren Gastrollen sind zu sehen: Hauke Diekamp, Ronny Miersch, Luke Neite, Caroline Hanke, Rita Winkelmann, Heidi Ecks u.v.a.
"Außer Kontrolle" ist eine Produktion der Bavaria Fiction im Auftrag von ARD Degeto (Redaktion: Birgit Titze) und Westdeutscher Rundfunk Köln (Redaktion: Götz Bolten). Die Dreharbeiten laufen bis zum 28. Juni 2018. Der Sendetermin steht noch nicht fest.