Stadt Hamm trauert um Ehrenbürger Günter Rinsche

Die Stadt Hamm trauert um den langjährigen Oberbürgermeister und Ehrenbürger Günter Rinsche, der am Mittwochabend im Alter von 88 Jahren verstorben ist.

In einer ersten Stellungnahme zeigte sich Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann tief bewegt: "Günter Rinsche gehörte zu den ganz großen Persönlichkeiten, die ich im Laufe meines politischen Lebens kennenlernen durfte. Seine Strahlkraft reichte weit über Hamm hinaus: Er war nicht nur Abgeordneter in Bund und Land, sondern auch Mitglied des ersten direkt gewählten Europäischen Parlaments. Für mich persönlich war er nicht nur als Politiker ein großes Vorbild, sondern auch als Mensch. Ich persönlich verliere mit Günter Rinsche einen langjährigen Freund und Wegbegleiteiter. Meine Gedanken und Gebete gelten in diesem Moment auch der Familie des Verstorbenen."

Zu Ehren von Günter Rinsche lädt die Stadt Hamm am Donnerstag, 11. Juli, zu einem Gedenkgottesdienst in die Liebfrauenkirche ein. Die städtische Trauerfeier beginnt um 17 Uhr. "Ich bin mir sicher, dass es viele Menschen gibt, die sich von Günter Rinsche verabschieden wollen. Wir rechnen auch mit zahlreichen Gästen aus der Landes- und Bundespolitik – zumal der Verstorbene von 1995 bis 2001 auch Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung war."

Auch die Städtepartnerschaft zwischen Hamm und Santa Monica geht maßgeblich auf Günter Rinsche zurück: Als junger Stipendiat hatte er verschiedene Stipendien an amerikanischen Universitäten erhalten. Günter Rinsche wurde insgesamt vier Mal zum Oberbürgermeister der Stadt Hamm gewählt: Seine Amtszeit reichte von 1964 bis 1979. In diese Zeit fiel auch die Kommunale Neuordnung, durch die Hamm im Jahr 1975 zur Großstadt wurde. Nach der Neugründung wurden die Aufgaben des Oberbürgermeisters bis zur Kommunalwahl am 20. Mai 1975 kommissarisch von Jürgen Graef übernommen, der seinerzeit als Staatskommissar fungierte.

Nach seiner kommunalen Tätigkeit gehörte Günter Rinsche von 1969 bis 1972 dem Deutschen Bundestag an. Von 1975 bis 1979 war er Abgeordneter im Nordrhein-Westfälischen Landtag. Für seine vielfältigen Verdienste wurden dem Verstorbenen zahlreiche Auszeichnungen zuteil: Darunter das Bundesverdienstkreuz am Bande (1973), das Bundesverdienstkreuz I. Klasse (1981) und das Große Bundesverdienstkreuz (1999). Die höchste Ehre der Stadt Hamm wurde Günter Rische im August 1980 zuteil: Damals wurde er als dritter Bürger überhaupt mit dem "Ehrenring der Stadt Hamm" gewürdigt.