St. Barbara-Klinik: Staffelübergabe in der Nephrologie

19 Jahre, 228 Monate, 991 Wochen oder 6.939 Tage – so lange war Dr. Hans Pfleiderer Chefarzt der Nephrologie der St. Barbara-Klinik Hamm GmbH.

Das Direktorium der St. Barbara-Klinik Hamm GmbH und der Vorstand der St. Franziskus-Stiftung Münster verabschiedeten Dr. Hans Pfleiderer in den wohlverdienten Ruhestand und hießen Dr. Markus Wiechmann als neuen Chefarzt der Klinik für Innere Medizin III (Nephrologie) willkommen (Foto: Tanja Strätker).

Zum 31. Dezember ist der langjährige Chefarzt nun in den Ruhestand gegangen und hat zum Jahreswechsel den Stab an Dr. Markus Wiechmann übergeben.

Im Rahmen eines Gottesdienstes mit anschließender Feierstunde wurde Pfleiderer nun vom Direktorium der St. Barbara-Klinik Hamm GmbH, vom Vorstand der St. Franziskus-Stiftung Münster sowie von langjährigen Freunden und Wegbegleitern in den Ruhestand verabschiedet und Dr. Markus Wiechmann feierlich als sein Nachfolger eingeführt.

„Ich bin sehr glücklich, dass ich meine frühe Leidenschaft für die Nephrologie schon in meiner Assistenzzeit in Herne/ Bochum und anschließend in der St. Barbara-Klinik weiterverfolgen und verwirklichen konnte “, resümiert Dr. Hans Pfleiderer seine Zeit in der St. Barbara-Klinik. „Ich durfte als Oberarzt und Chefarzt die im Jahr 1997 vom Regierungspräsidenten in Arnsberg anerkannte und einzige Abteilung für Nephrologie in Hamm und der Region prägen – das war mir eine besondere Ehre. In dieser Zeit durfte ich gemeinsam mit meinen Kollegen viele Fachärzte ausbilden - und nun gebe ich die Klinik in die Hände einer meiner besten Schüler: Herrn Dr. Markus Wiechmann.“

Pfleiderer startete seine Facharztausbildung 1982 in der Inneren Medizin im Marienhospital Herne, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, und war dort Assistenzarzt in der Medizinischen Klinik. 1988 wechselte er als Oberarzt in die St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen, bevor er nach seiner Weiterbildung im Fach Nephrologie 1998 den Posten als Leitender Arzt und 2001 als Chefarzt der Nephrologie bezogen hat.

In 36 Jahren klinischer Nephrologie blickt Pfleiderer auf viele schöne Momente zurück: Ob erfolgreich durchgeführte Nierentransplantationen bei langjährig dialysepflichtigen Patienten, die Befreiung von der Dialyse oder die Dankbarkeit von hochbetagten Patienten, die durch die Dialyse viele Lebensjahre mit guter Lebensqualität geschenkt bekommen haben.

„Der Umgang mit Menschen, insbesondere mit chronisch kranken Patienten, hat mich immer begeistert, herausgefordert und mir viel berufliche Erfüllung gebracht“, blickt Pfleiderer auf seine berufliche Laufbahn zurück.

Mit 66 Jahren sieht er nun die Zeit für den Ruhestand gekommen. „Viele wissen um meine musikalische Leidenschaft“, schmunzelt der langjährige Chefarzt. „Im Ruhestand kann ich mir nun noch mehr Zeit für meine musikalischen Aktivitäten in meiner Band ‚High Gain‘ nehmen. Ich möchte mich aber auch neue Dinge ausprobieren: Ich würde gern meine Holländischkenntnisse vertiefen, vielleicht auch die spanische Sprache erlernen und einen Fotografiekurs besuchen. Auch für das Reisen wird mehr Zeit sein und es wird mich sicher in einige europäische Regionen und an die deutsche Ostseeküste ziehen.“

Er gibt den Stab nun weiter an Dr. Markus Wiechmann. Der 39-jährige Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie ist seit 01. Januar 2020 Chefarzt der Klinik für Innere Medizin III: Nephrologie, Angiologie, Hochdruckzentrum DHL, Hämo- und Peritonealdialyse, Immunologie, Osteologie.

Wiechmann ist verheiratet und Vater zweier Töchter im Alter von vier und sechs Jahren. Er ist familiär bereits von Kindesbeinen an mit der St. Barbara-Klinik verbunden: Sein Vater war als Chefarzt der Inneren Medizin und langjähriger Ärztlicher Direktor in der Heessener Klinik tätig.

Nach seinem Studium der Humanmedizin in Münster ist er für seine medizinische Ausbildung in der Region geblieben: Seine Facharztausbildung absolvierte er im Piushospital Ochtrup, im Mathias-Spital Rheine und im St. Franziskus-Hospital Münster, bis er im Jahr 2012 an die St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen wechselte. Seit 2014 ist der Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie als Oberarzt, seit 2016 als leitender Oberarzt in der Nephrologie tätig. So ist er als langjähriger Mitarbeiter bestens für Pfleiderers Nachfolge vorbereitet und bereits eng mit allen Kooperationspartnern vernetzt.

„Die Nephrologie ist nicht zu unterschätzen: Erkrankungen an der Niere treten weitaus häufiger auf, als man denkt“, erklärt Wiechmann. „Nierenerkrankungen erkennt man oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium, da sich keine örtlichen Schmerzen bemerkbar machen. Allerdings haben Nierenerkrankungen erhebliche Auswirkungen auf andere Organe – und umgekehrt.“

„Zukünftig möchten wir den Patienten eine noch engere Zusammenarbeit der Inneren Medizin I und III, also der Kardiologie/Allgemeinen Inneren Medizin und der Nephrologie, bieten, um sie besonders auf dem Gebiet der Hypertensiologie übergreifend zu versorgen.“ berichtet Wiechmann von den Plänen für seine zukünftige Arbeit. „Mir ist es wichtig, dass die Nephrologie auch in Zukunft als eigenständige Klinik erhalten bleibt, aber eng verzahnt mit den anderen internistischen Kliniken arbeitet. Das ist in der St. Barbara-Klinik mit der weit ausdifferenzierten Inneren Medizin bestens gewährleistet: Mit einer Kardiologie, Gastroenterologie, Pneumologie, Hämato-Onkologie und Nephrologie haben wir alle internistischen Fachgebiete unter einem Dach und können die Patienten umfassend versorgen“. Wiechmann blickt zuversichtlich in die Zukunft und freut sich auf die Arbeit im bekannten Team.

Dr. Hans Pfleiderer war zudem Stellvertretender Ärztlicher Direktor der St. Barbara-Klinik Hamm GmbH. Die St. Franziskus-Stiftung hat für seine Nachfolge in diesem Amt Herrn Priv.-Doz. Dr. Christian Ewelt, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie, berufen.