Nur noch wenige Restkarten für „Die Känguru-Chroniken“

Autor Marc-Uwe Kling hat aus seinen kultigen Geschichten rund um das anarchische Känguru höchstselbst eine Bühnenfassung entwickelt, die in einer Inszenierung der Burghofbühne Dinslaken am Freitag, 16. März, um 19.30 Uhr im Kurhaus zu sehen ist.

Känguru Chroniken (Foto: © Martin Büttner)

"Immer wenn ich an der Kasse nach meiner Postleitzahl gefragt werde, gucke ich auf die Uhr und hänge noch eine Null dran. Es geht ums Prinzip."

Marc-Uwe lebt in einer kleinen Zweizimmerwohnung, trägt um 13.00 Uhr noch Pyjama, hört gerne Platten und sinniert über das Leben. Außerdem schreibt er Lieder und Geschichten. Ein "Kleinkünstler" also, schlussfolgert das Känguru, das sich eigentlich nur Eier für Pfannkuchen borgen will und dann gleich einzieht. Wenig später liegt der neue Hausgenosse in der Hängematte, lässt sich bekochen und vertilgt massenhaft Schnapspralinen. Dabei erzählt er von seiner Vergangenheit beim Vietcong und von seinem Hang zum Klassenkampf – der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Eine Abwechslung vom anstrengenden Alltag bieten die Besuche "Bei Herta" in der gleichnamigen Eckkneipe. Hier diskutieren sie über alle wirklich drängenden Fragen unserer Zeit: Ist das Liegen in einer Hängematte schon passiver Widerstand oder einfach nur unproduktiv? Ist die Parole "Nazis raus" tragbar oder muss man sich vielmehr mit den Folgefragen wie "Wohin raus?" und "Bin ich dann nicht selbst ein Rassist?" beschäftigen? Kann man die Griechenland-Krise lösen, indem einfach alle behaupten, dass Griechenland keine Schulden mehr hat? Und ist rechts vor links die Veräußerung reaktionär-konservativer Unterdrückungsmuster? Schließlich die Frage aller Fragen: Wer ist besser – Bud Spencer oder Terence Hill? Das anarchistische Beuteltier schafft bürgerliche Kategorien wie "Meins" und "Deins" ab, kämpft mit dem Rasenmäher gegen statistische Umfragen und fliegt mit Marc-Uwe von Berlin-Schönefeld nach Berlin-Tegel in den Urlaub.

Bissig, liebevoll ironisch, witzig und pointiert führt uns das ungleiche Paar vor Augen, in was für einer absurden Welt wir eigentlich leben. Und das Parolen viel zur kurz greifen, um gesellschaftliche Probleme zu lösen. Eine bunte Mischung aus Kapitalismuskritik, Schabernack, Freundschaft und viel Musik. Bei aller Leichtigkeit geht es doch um die drängenden Fragen unserer Zeit.

2008 war das Känguru erstmals bei Radio Fritz zu hören, 2009 erschienen die "Känguru-Chroniken" in Buchform. Zwei weitere Werke – "Das Känguru-Maifest" (2011) und "Die Känguru-Offenbarung (2014) - folgten. Dank Klings eigener Bearbeitung für das Theater kann man die "WG wider Willen" jetzt auch auf der Bühne erleben.

Nicht verpassen! Wenige Restkarten für den Abend mit dem anarchischem Beuteltier (ab 15,20 €; evtl. zzgl. Gebühren) gibt‘s beim städtischen Kulturbüro, allen Eventim-Vorverkaufsstellen und im Web-Shop unter www.hamm.de/kultur