KlassikSommer Hamm: „Weltenlauf“ startet mit majestätischer Berg-Etappe

Klassische Töne im Programm der Radio Runde Hamm… und das aus gutem und aktuellem Grund: Klaus Skrzipietz stellt Euch gemeinsam mit Martina Schilling-Graef das Programm vom KlassikSommer Hamm vor.

Ural Youth Symphony Orchestra (Foto: © Atanyaekb)

Frank Beermann (Foto: Dieter Wuschanski)

Beide erwarten Euch am Donnerstag, 6. Juni, um 21 Uhr im Studio der Radio Runde Hamm um Euch detailliert über das reichhaltige und interessante Programm des KlassikSommer 2019 Hamm zu informieren. Martina Schilling-Graef vom Kulturamt der Stadt Hamm organisiert seit Jahren das weit über Hamm hinaus bekannte und erfolgreiche Klassik-Musik-Event. Zum Ende der Sendung hat sie noch eine besondere Überraschung für die Hörerschaft der Radio Runde Hamm. Hierzu solltet Ihr Euch schon mal diese Email-Adresse merken: info@radiorundehamm.de

Kleiner Tipp… ihre Überraschung hat etwas mit der nachfolgenden Meldung zu tun:

Dem „Weltenlauf“ folgt der KlassikSommer in diesem Festivaljahr. Ziel der Reise ist eine musikalische Horizonterweiterung. Bergmassive sind die erste Etappe der Tour, die am Samstag, 15. Juni 2019 um 19.30 Uhr in der Alfred-Fischer-Halle ihren Anfang nimmt.

Die Alpen und der Ural sind majestätische Wegmarken der KlassikSommer-Eröffnung: Zwei Orchester werden gemeinsam eines der wichtigsten Werke der deutschen Musiktradition, die Alpensinfonie von Richard Strauss, „zelebrieren“.

Möglich wird diese glanzvolle Eröffnung durch eine zehntägige Orchesterakademie, die die Nordwestdeutsche Philharmonie Herford und das Ural Youth Symphony Orchestra aus Jekaterinburg zusammenführt. Am 25. Mai schickten die deutschen Profis aus Herford ihre Stimmführer mit Frank Beermann auf die Reise nach Jekaterinburg, damit sie dort die jungen russischen Kollegen, die noch Musikstudenten sind oder ihr Studium gerade erst absolviert haben, auf die gemeinsame Probenzeit in Herford ab 11. Juni vorbereiten.

Dass deutsche und russische Orchestermusiker sich dabei nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich nahekommen, ist einer der Aspekte, die Frank Beermann am Herzen lagen, als er das Orchester in Jekaterinburg kennenlernte und nach Deutschland einlud. Wo politische Gräben klaffen, kann Musik Verbindungen knüpfen. Verbindungen sucht auch Olga Viktorova, die für das Projekt beauftragt wurde, eine Komposition zu schreiben. Ihr Werk, das in Hamm, Herford und Paderborn zum ersten Mal aufgeführt wird, beschreibt den Ural als Gebirgszug an der Grenze zwischen Europa und Asien, aber auch als wichtiges Bodenschatz-Reservoir. Eine Rolle, die Hamm als westfälischer Bergbaustadt vertraut ist.

Strauss´ Alpenwanderung, die er nach seiner eigenen, durch Gewitter und Einbruch der Nacht zum unvergesslichen Erlebnis gewordenen Wanderung schrieb, ist für die Russen Neuland. "Das grandiose Werk wird in Deutschland nur sehr selten aufgeführt, weil man so viele Musiker, vor allem aber auch Instrumente wie das Heckelphon - eine Windsmaschine - und andere Exoten benötigt. In Russland aber steht es fast niemals auf den Spielplänen", erklärt Beermann, warum der musikalische Alpen-Trip auch für Russland so spannend ist.

Der Ural ist Beermann von einer Reise als Gastdirigent nach Jekaterinburg vor zwei Jahren vertraut. Dabei lernte er auch das Ural Youth Symphony Orchestra kennen, das 80 erstklassige Konzerte pro Jahr spielt und zur Spitzenklasse der jungen Orchester zählt. "Ich hatte bis dahin keine rechte Vorstellung von der Gegend am Ural. Aber die Qualität des Orchesters hat mich so begeistert, dass ich mich auch sofort in Jekaterinburg heimisch gefühlt habe."

Das Wiedersehen dauert für Beermann und die Stimmführer der Nordwestdeutschen Philharmonie ein Wochenende lang. Dann kommen die Russen am 11. Juni nach Herford für die eigentliche Probenphase. Dort stehen nicht nur Strauss, sondern auch Olga Viktorova und schließlich die hinreißenden berühmten Paganini-Variationen von Rachmaninow auf dem Programm, die Yuri Favorin am Klavier spielen wird. Favorin studierte am Moskauer Konservatorium und am Mozarteum in Salzburg und arbeitet mit den wichtigsten Dirigenten weltweit zusammen. Olga Viktorova erhielt für ihre Komposition "Lux aeterna", die vom Ural Youth Symphony Orchestra aufgeführt wurde, 2012 den Komponistenpreis des Berliner Festivals "Young Euro Classic". Sie war lange Jahre Professorin am Staatlichen Konservatorium Ural und ist Ehefrau von Dmitry Liss, Chefdirigent des Ural Philharmonic Orchestra, dessen junger Ableger das Ural Youth Symphony Orchestra ist.

Karten für das Konzert gibt es beim Kulturbüro der Stadt Hamm, allen Eventim-Vorverkaufsstellen und unter www.klassiksommer.de