Kindertrauergruppe Hopi-Kids startet mit neuem Kurs

Am Mittwoch, 14. März, startet die neue Kindertrauergruppe Hopi-Kids. Der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst Hamm lädt an insgesamt acht Nachmittagen (bis Juni jeweils zweimal monatlich von 16 bis 18 Uhr) Kinder im Alter von ca. 6 bis 12 Jahren ins Fachwerkhaus „Am Roten Läppchen“ ein.

Ina Kasten-Kisling, Gabriele Boriesosdiek, Sylvie Blätgen mit Hospizhund Motte (v.r. - hier im Kinderspielzimmer des Stationären Hospizes) Foto: Sabine Begett

Dreimal wird parallel dazu ein Eltern-Cafe für die Angehörigen angeboten. Die Kosten betragen pro Kind 80 Euro, bei Geschwisterkindern die Hälfte.

Anmeldung im Ambulanten Hospizdienst unter Tel. 02381 304400.

Jahr für Jahr sterben mehr als 2.000 Menschen allein in Hamm. Viele Kinder und Jugendliche erleben  so mit, dass ein Elternteil oder naher Angehöriger oft nach langer Krankheit, manchmal aber auch plötzlich oder völlig unerwartet stirbt. Dass Kinder anders als Erwachsene trauern, wissen nur wenige. „Doch das erleben wir Am Roten Läppchen tagtäglich und darum engagieren wir uns auch für trauernde Kinder und Jugendliche sowie deren sorgeberechtigte Eltern oder Verwandte“ sagen die erfahrenen Trauerbegleiterinnen Ina Kasten-Kisling, Sylvie Blätgen und Gabriele Boriesosdiek. „Unsere Kindertrauergruppe ist nach wie vor einmalig in Hamm, wird jedoch trotz großen Bedarfs nicht von den Kostenträgern unterstützt.“

Die Gruppenleiterinnen kümmern sich im Rahmen ihrer Hospizarbeit immer wieder um Kinder, deren Leben durch den Verlust eines Elternteils, den Tod der Großeltern oder gar eines Geschwisterkindes völlig aus den Fugen gerät. „Die Kinder müssen dann nicht nur mit dem Abschied zurecht kommen, sondern auch mit einer gänzlich veränderten Familiensituation“ schildert Sylvie Blätgen.

„Während der Gruppentreffen wird dann viel miteinander gebastelt, gemalt und gespielt. Vor allem aber wird geredet. „Denn das hilft ganz doll“ sagte mal der 10jährige Moritz am Ende einer Gruppenstunde zu seiner Mama. „Das ist auch unsere Erfahrung“ bestätigen die Hospizfrauen einhellig, „wenn die Kinder merken, dass sie nicht alleine mit ihrem Kummer sind und Gleichaltrige in ähnlicher Situation kennenlernen, dann tut ihnen das gut.“ Ein wertvoller Helfer ist zudem auch Hospizhund Motte, ein geduldiger und äußerst feinfühliger Mini-Goldendoodle. „Er ist ein ausgebildeter Therapiehund und eroberte bislang nicht nur jedes Kinderherz“ schmunzelt Frauchen Sylvie Blätgen. 

Nun starten die neuen Hopi-Kids, wie dieses Gruppenangebot von ehemaligen Trauerkindern bereits vor Jahren getauft wurde, am 14. März. „Da die Gruppe möglichst nicht mehr als 10 Kinder haben sollte, empfehlen wir unbedingt eine frühzeitige Anmeldung“ sagt Ina Kasten-Kisling, die auch das regelmäßige Elterncafé zur Kindertrauergruppe leitet. Am Ende dieses Kurses (20. Juni) treffen sich alle, also die aktuellen Hopi-Kids, deren Familien und die Gruppenleiter zu einem stimmungsvollen Abschiedsfest. Das ist vor allem bedeutsam für die Hopi-Kids, um einen Schlusspunkt für die Gruppe und in einen Neuanfang zu finden.