Grundstein für Neubau des Ambulanten Hospiz- u. Palliativberatungszentrums sowie Trauerzentrums Hamm

Derzeit entsteht auf dem Gelände des Roten Läppchens ein Neubau, der zukünftig Sitz des Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes Hamm sowie eines Trauerzentrums werden wird.

 

Grundsteinlegung mit (v.l.) Wilhelm Hinkelmann, Erhard Nierhaus, Thomas Hunsteger-Petermann und Dr. Tillmann Walther-Sollich

Ansprache Sup. i.R. E. Nierhaus, Aufsichtsratsvorsitzender

Wilhelm Hinkelmann, Geschäftsführer, schließt die Grundstein-Rolle mit Urkunde, Tagespresse und aktuellem Münzgeld.

Das bisherige Domizil im Fachwerkhaus genügt der stetig wachsenden Einrichtung nicht mehr, eine Erweiterung ist wegen Denkmal- und Brandschutz unmöglich. Die mit dem Neubau freiwerdenden Ober- und Dachgeschosse des Fachwerkhaues werden für die Belange des Stationären Hospizes genutzt. Das Erdgeschoss bleibt unverändert sozialer Treffpunkt für die benachbarte Seniorenwohnanlage.

Die Beweggründe
Die Möglichkeiten des mehr als 200 Jahre alten Fachwerkhaues stoßen seit geraumer Zeit bereits an Grenzen. Moderne Brandschutzbestimmungen und notwendige Erweiterungspläne des Fachwerkhauses mussten allerdings aufgrund des bestehenden Denkmalschutzes verworfen werden.  
Die zunächst als Alternative angedachte Anmietung geeigneter Räumlichkeiten im Hammer Stadtgebiet wurde aufgegeben, weil die örtliche Trennung von ambulanter Hospizarbeit und stationärem Hospiz die sektorenübergreifende Zusammenarbeit beider Einrichtungen deutlich erschwert hätte und nicht im Sinne der betreffenden Menschen gewesen wäre.
Nicht zu unterschätzen war und ist die Tatsache, dass sich das Areal „Am Roten Läppchen“ im Laufe der Jahre als Standort für die Hospizarbeit in Hamm etabliert hat. Nachdem seit 2015 auch der Förderverein Hospiz Hamm e.V. seine Geschäftsstelle vom Kreiskirchenamt auf das Gelände „Am Roten Läppchen“ verlegt hat, ist der Wunsch, auch einen etwaigen Neubau für Beratungs- und Trauerarbeit möglichst hier anzusiedeln, folgerichtig.

Trauerzentrum  
In Zusammenhang mit dem Neubau und der ebenfalls angedachten Neustrukturierung der Trauerarbeit in Hamm hat der Ev. Kirchenkreis in Hamm die Trägerschaft des Trauerzentrums übernommen. Dazu wird unter der Leitung des Kirchenkreises im November eine ökumenische Arbeitsgruppe mit der Konzeptentwicklung beginnen. 

Die Realisierung
„Die Bauarbeiten haben im September begonnen“ berichtet Wilhelm Hinkelmann, der als Geschäftsführer der „Christliches Hospiz Hamm gGmbH“ (Betreiber des Stationären Hospizes „Am Roten Läppchen“) mit dem Projekt beauftragt ist. „Wir rechnen wir mit einer zwölfmonatigen Bauzeit, und hoffen den Neubau spätestens im Herbst 2020 beziehen zu können. „Das wäre ein weiterer Meilenstein für die Hammer Hospizarbeit“ ergänzt Fördervereinsvorsitzender Hunsteger-Petermann „und das werden wir im Rahmen unseres 20jährigen Bestehens auch entsprechend feiern“.

Finanzierung
Der geplante Neubau wird das Ensemble „Am Roten Läppchen“ verändern. „Wir betrachten es als Komplettierung“, so Hunsteger-Petermann. „Wir wissen, dass für den Bau einer solchen Einrichtung leider kein Kostenträger ansprechbar ist. Schon das Stationäre Hospiz 2003 und seine Erweiterung 2012 mussten mit Spenden finanziert werden. Das wird auch jetzt nicht anders sein.“  
„Derzeit benötigt das Stationäre Hospiz jährlich (!!) 250.000 Euro an Spenden, der AHPD kommt mit 75.000 Euro noch hinzu“ weiß Wilhelm Hinkelmann um die Last, die der Verein Jahr für Jahr schultert. „Dass er auch diesen Neubau zusätzlich finanziell mit einem Startkapital von 200.000 Euro unterstützt, ist nicht selbstverständlich und vor allem einer Sonderspende der St. Agnes-Kirchengemeinde zu verdanken. Letztere will damit vor allem die Gründung eines Trauerzentrums befördern.  

Daten zum Neubau
Der zweigeschossige Neubau befindet sich am Ende des Hospiz-Parkplatzes und passt sich harmonisch in Gestaltung und Bauweise an das Stationäre Hospiz „Am Roten Läppchen“ an. Das Erdgeschoss hat eine Nutzfläche von 217 m², das kleinere Obergeschoss eine von 143 m². Die Bruttogeschossfläche EG und OG zusammen beträgt 438 m².

Im Erdgeschoss sind mehrere Beratungszimmer sowie ein im Bedarfsfall teilbarer großer Versammlungsraum vorsehen. Im kleineren Obergeschoss sind ausschließlich Büros und ein Besprechungsraum geplant. Der Dachüberstand vom Erdgeschoss sowie das Flachdach des Obergeschosses werden begrünt. Das Haus wird energetisch hochmodern ausgestattet, allerdings aus Kostengründen keinen Keller haben. Die Kosten betragen 1,2 Million Euro. Die Bauzeit ab Spatenstich wird mit 12 Monaten veranschlagt.