Ein Mittsommernachtstraum

Die poetischste aller Shakespeare-Komödien, vermutlich 1595/96 entstanden, besticht durch ihre Figurenvielfalt und eine unvergleichliche Mischung aus Humor und gesellschaftlichem Engagement.

Ein Mittsommernachtstraum (Foto: A. Buschmann)

Behutsam holt die Theater Kompagnie Stuttgart das Stück am Samstag, 14. Oktober, um 19.30 Uhr im Kurhaus in die Gegenwart. Mit viel Witz, rasantem Tempo und Spielfreude werden die zauberhaften wie burlesken Seiten herausgestrichen.

Theseus, der Herzog von Athen, und seine Frau Hippolita wollen mit großem Pomp ihre Silberhochzeit feiern (auch wenn die Zeiten der leidenschaftlichen Liebe bereits hinter ihnen liegen). Hermia und Lysander hingegen sind glücklich verliebt und würden nur zu gern den Bund der Ehe schließen. Wäre da nicht Demetrius, der hoffnungslos in Hermia verschossen ist und auch noch einen Trumpf im Ärmel hat: Hermias Vater hat ihn bereits als Schwiegersohn auserkoren. Verkompliziert wird die ganze Geschichte noch durch die schöne Helena, die unglücklich in Demetrius verliebt ist, der aber nichts von ihr wissen will.

Kurzerhand flüchten Hermia und Lysander in den Wald, Demetrius und Helena dicht auf ihren Fersen. Der Wald ist die Heimat des Elfenkönigs Oberon und seiner Gattin Titania, bei denen gerade der Haussegen schief hängt – zum Missfallen des Königs amüsiert seine Gattin sich gerade anderweitig. Um die Problematik der Liebe wissend, will Oberon helfend eingreifen und beauftragt seinen Diener Puck, eine Blume zu holen, deren Nektar jeden dazu bringt, den zu lieben, den er als ersten erblickt. Leider läuft die Verteilung des Nektars nicht ganz nach Plan und das Liebeschaos nimmt seinen Lauf.

Neben den Liebenden taucht noch eine weitere Gruppe im Wald auf und sorgt für Unruhe – ein leicht durchgeknallter Haufen von Handwerkern, die anlässlich der bevorstehenden Feier zu Ehren des Herzogpaares ein kleines Theaterstück aufführen und hier proben wollen. Einer von ihnen wird dank der Zauberblume eine denkwürdige Begegnung mit der Elfenkönigin haben.

Die Liebe in all ihren Facetten und Spiegelungen steht im Zentrum der turbulenten Komödie. Virtuos werden die drei Handlungsebenen in der Inszenierung miteinander verknüpft, das Bühnenbild ist bewusst einfach gehalten und spiegelt die Flüchtigkeit allen Denkens und Fühlens wider. Viele witzige dramaturgische Effekte unterstreichen die Turbulenz des Stückes, die Darsteller überzeugen mit leidenschaftlichem Spiel. Ein frisches und modernes Stück, auch der Text wurde leicht entstaubt, ohne dabei seine ursprüngliche Poesie zu verlieren.

Vor fast 20 Jahren gründeten Cornelia Elter-Schlösser und Christian Schlösser die Theater Kompagnie Stuttgart, die seitdem bundesweit mit ihren Produktionen unterwegs ist. Im Repertoire meist klassische Stücke (Shakespeare, Sophokles, Hofmannsthal), die behutsam ins Hier und Heute transportiert werden.

Zeit für wilde Träume: Karten (24,00 € / erm. 18,50 € in der 1. Kategorie bzw. 19,60 € / erm. 15,20 € in der 2. Kategorie; evtl. zzgl. Gebühren) gibt es beim städtischen Kulturbüro, allen Eventim-Vorverkaufsstellen und im Web-Shop unter www.hamm.de/kultur