„Doppelter Sträter“ nach der Sommerpause

Die lästige Sommerpause ist vorüber, endlich wieder Aufzeichnungen von „Sträters Männerhaushalt“ im Steffy in Oberhausen! Am 11. und 12. September waren wir, die Radio Runde Hamm, mal wieder für Euch dabei, und wir versprechen Euch: zumindest eine Folge wird garantiert eine echte Kult-Folge werden!

Torsten Sträter mit seinen Gästen der Aufzeichnung vom 11.09.2018: Ralf Richter (r.) und Max Giermann (l.)

Torsten Sträter

Max Giermann

Ralf Richter

Torsten Sträter mit seinen Gästen der Aufzeichnung vom 12.09.2018: Katrin Bauerfeind (l.) und Matthias Opdenhövel (r.)

Matthias Opdenhövel

Katrin Bauerfeind

Am Dienstag standen so viele Menschen Schlange vor dem Steffy wie nie zuvor. Max Giermann und Ralf Richter waren die Gäste des Abends, und das schien besonders viele Fans anzuziehen. Kein Wunder: Max Giermann ist ein genialer Verwandlungskünstler wie es vor ihm nur selten einen gab. Und Ralf Richter ist bekanntlich eine der schillerndsten Identifikationsfiguren des Ruhrgebiets überhaupt, und in Oberhausen sind wir ja mitten drin...

Entsprechend voll war es natürlich auch im Steffy. Wie gut, dass wir das Privileg von reservierten Plätzen haben! 

Man merkte sofort: alle haben wieder tierisch Bock auf Sträter und seinen Männerhaushalt!

Wie gewohnt eröffnete Warm-Upper Thomas Peffermann den Abend. Obwohl „Anwärmen“ im klassischen Sinne weiß Gott nicht erforderlich war. Es war so richtig heiß im Steffy. Zu Beginn suchte sich Peffermann wieder erst seine „Sidekicks“ im Publikum, bekam Namen, Beruf, Wohnort und Beziehungsstatus heraus und konstruierte daraus auf liebenswerte Weise ein paar Running Gags. Einer der Auswählten war Christian, von Beruf „Gas, Wasser, Scheiße“. Ihm wurde das Privileg zuteil, in die Rolle Torsten Sträters schlüpfen zu dürfen und das Publikum zu begrüßen. Natürlich nur solange, bis der Meister selbst in die Manege trat. Aber das machte er äußerst souverän und selbstbewusst. Hut ab! 

Und dann kam Torsten Sträter endlich höchstpersönlich auf die Bühne und verfluchte schon in diesem Augenblick, ausgerechnet eine Wollmütze zu seinem Markenzeichen erkoren zu haben. Ihm lief der Schweiß nur so herunter, dummerweise auch ins Auge. Die Maskenbildner hatten alle Hände voll zu tun.

Der erste Programmpunkt ist neu! „Zeuch von Euch“ heißt er. Zuschauer senden Bilder von seltenen und fotografisch geschickt abgelichteten Gegenständen ein, die Sträter nicht (er-)kennt. Verraten wollen wir an dieser Stelle noch nichts. Sagen wir mal so: Die „Wumpe“ hat das Potential zum Klassiker!

Hatte sich das Publikum hier schon ordentlich warmgelacht, kam als nächstes bereits der erste Gast, Max Giermann, auf die Couch. Er berichtete über seine Kindheit als Sohn eines Lehrerehepaars. Seine Mutter habe auch privat Kunstunterricht erteilt, verrät er uns, und so war es für ihn nichts Besonderes, dass im Wohnzimmer zum Trocknen Bananenschalen am Kronleuchter hingen. Wir können ohne schlechtes Gewissen an dieser Stelle über das amüsante Geplauder berichten. Denn mitten drin im „Sülznasengelaber“ fuhr die Regie dazwischen: eine Sicherung sei durchgebrannt, nichts von dem ganzen Gespräch sei aufgezeichnet worden!

Die Reparatur dauerte einige Zeit, Torsten ging erst einmal eine rauchen, und Thomas Peffermann musste noch einmal ran, um das Publikum bei Laune zu halten. Zwei junge Gäste aus Warendorf, die mangels Sitzplatz auf einer Treppenstufe saßen, durften sich auf die Prominentencouch auf der Bühne setzen. Torsten setzte sich nach der Zigarette zu ihnen und begann das Gespräch mit dem unvermeidlichen Satz: „Was ist für Sie eigentlich Heimat?“

Nach einem knappen Viertelstündchen also alles noch einmal von vorn. Und jetzt nahm das Gespräch einen völlig anderen Verlauf. Max Giermann war jetzt noch lockerer drauf. Er gewährte uns Einblicke in seine akribische Vorbereitung auf seine Rollen und die Figuren, die er darstellt. Das erklärt auch, warum Max beispielsweise bei der Aufzeichnung einer Extra3 - Folge immer schon mittags im Studio aufläuft, während Torsten kleinlaut zugab, meistens erst unmittelbar vor Beginn der Sendung vom Bahnhof angehetzt zu kommen. Irgendwie typisch Sträter...

Das Gespräch war äußerst amüsant und Max Giermann schlüpfte in einige seiner Rollen, sehr zur Freude des Publikums. Torsten äußerte einen dringenden Wunsch: Max solle für ihn den Klaus Kinski geben. Dieser Bitte kam er gerne nach, und was dann folgte, war einfach nur allerste Sahne. Bitte verpasst es nicht am Samstagabend den 10. November um 21.45 Uhr, natürlich in Eurem WDR-Fernsehen!

Der nächste Programmpunkt wurde zu Recht als „der süßeste Film“ angekündigt. Batman-Fan Torsten besuchte bei „Sträter Unterwegs“ einen Naturfreund, der sich um Fledermäuse kümmert.

Schließlich kam Ralf Richter auf die Bühne. Es folgte eins der besten Gespräche aller Zeiten mit einem Gast auf der Sträter-Couch. Torsten hatte soviel Spaß, dass er sein Team anwies, die Bühnendekoration für die „Nachrichten aus der Region“ wieder herauszutragen. „Das Gespräch ist zu gut, als dass wir noch Unfug machen“ beschloss Torsten spontan. Ralf Richter plauderte in seiner unnachahmlichen Art über seinen Werdegang als Schüler, Bauschreiner-Lehrling und Schauspielschüler und sein fast schon unverschämtes Glück, fast immer ausgerechnet in den Filmen mitgewirkt zu haben, die später Kultstatus erreichten: „Das Boot“, „Bang Boom Bang“ (Der übrigens seit nunmehr 20 Jahren ununterbrochen in Bochum in einem Kino läuft), „Was nicht passt, wird passend gemacht“, zahlreiche „Schimanski“-Tatorte und -Spielfilme und und und...

In der Ruhrpott-Trilogie „Bang Boom Bang“, „Was nicht passt, wird passend gemacht“ und „Goldene Zeiten“ spielte er immer prollige, aber durchaus liebenswerte Figuren namens „Grabowski“, seit 2014 wurde von Richter ein vierter Film „Grabowski - Alles für die Familie“ angekündigt und im Rahmen eines Crowdfunding-Projekts über 100.000 Euro von den Fans gesammelt. In diesem Film sollten die drei Brüder Grabowski einmal zusammen spielen. 

Viele haben angesichts der vergangenen Zeit und einiger Gerüchte zwischenzeitlich den Glauben an die Verwirklichung dieses Projekts verloren und ihr Geld abgeschrieben, doch nun kündigte Ralf Richter an: im April nächsten Jahres kommt der Film doch noch! Hier ist der offizielle Trailer.

Mit den Haushaltstipps zum Thema Zwiebeln schneiden und der „Literatur zur Nacht“ ging am Dienstagabend eine denkwürdige Aufzeichnung von „Sträters Männerhaushalt“ zu Ende. 

Die armen Macher hinter den Kulissen: Aus dem Wust tierisch guten Materials eine 45-minütige Folge zurecht zu schnibbeln, wird echt schwierig!

Am Mittwochabend waren als Gäste Katrin Bauerfeind und Matthias Opdenhövel angekündigt. Diesmal war das Wetter schlechter, und die Schlange vor dem Steffy kürzer. Amüsant wurde es trotzdem wieder. 

Erwähnenswert in der Aufwärmphase waren endlich (!) neue Filmchen zum Warmlachen der Art von „Pleiten, Pech und Pannen“, sehr wohltuend für Dauergäste wie uns.

Los ging es mit den Ruhrgebietstypen. Nein, der „Alte Wemser“ war auch diesmal nicht das Thema, sondern der Wellensittich, der im Ruhrgebiet gefälligst „Hansi“ oder „Kucki“ zu heißen hat. Unserer heißt entgegen dieser Vorgabe übrigens Willi und sieht genauso aus wie auf dem Foto, aber wir leben ja auch am äußersten Rand des Ruhrgebiets...

Es folgte eine weitere Ausgabe von „Sträter Unterwegs“, diesmal mit dem Titel „Wels in der Brandung“, in der Torsten das nervenzerfetzende Leben der Angler entdeckte. 

Der erste Gast auf der Couch war Matthias Opdenhövel. Besonders interessant für uns: „Opdi“ begann beruflich zuerst bei der Zeitung und dann ... hört hört ... als Radiomoderator! Und das auch noch bei einem Sender namens „Radio Lippe“. Fachkundig bescheinigte er Torsten Sträter, ein hervorragendes Radiogesicht zu haben. 

Es freut uns doch ganz besonders, Kollegen von uns zu treffen! 

Opdenhövels Fernsehkarriere begann beim Musiksender „Viva“, zusammen mit Kollegen wie Stefan Raab, Heike Makatsch oder Nils Bokelberg... Inzwischen schon ein ganzes Vierteljahrhundert steht er vor der Kamera. Kaum zu glauben!

Mit Torsten Sträter machte Opdi dann Pilates-Übungen aus seinem neuen Buch „Pilates für Männer“, in dem er mit dem hartnäckigen Vorurteil aufräumt, Pilates sei reiner Frauensport. Ganz im Gegenteil, bewies er uns. Warum? Erfahrt ihr in der nächsten Ausgabe des Männerhaushalts.

Wer darüber hinaus auch noch etwas über die Band Nirvana in einem Kaff wie Höxter, Bono und die Schnellficker-Schuhe und Opdis ausführliche Studentenkarriere erfahren möchte, der sollte auch dieses kurzweilige, witzige Gespräch auf keinen Fall verpassen. Dann könnt ihr auch sehen, warum Torsten bei der „Ruhrgebiets-Sportschau“ von Matthias Obdenhövel eine Kopfnuss bekam. Ausstrahlungstermin ist der 6. Oktober, ebenfalls ein Samstagabend, um 21.45 Uhr im WDR-Fernsehen.

Wie man Konservengläser richtig öffnet, erklärte Torsten anschließend in seinen Haushaltstipps. Den Leitspruch „Egal ob hungrig oder dumm, beseitige das Vakuum“ werde ich mir insbesondere im Hinblick auf viele aktuelle Vorkommnisse in Politik und Gesellschaft auf jeden Fall merken.

Katrin Bauerfeind war der zweite Gast des Abends. Sie verriet, dass sie aus Aalen im Schwabenland stammt und kam nicht umhin, einige urkomische Kostproben schwäbischen Dialekts zu präsentieren, die Torsten mit „hört sich an wie Ferengi“ kommentierte. Lustig war auch der schwäbische Heiratsantrag, den wir an dieser Stelle aber noch nicht verraten wollen. 

Bauerfeind nutzte die Gelegenheit, wie zuvor auch Opdenhövel, für ihr neuestes Buch mit dem Titel „Alles kann, Liebe muss“ zu werben - ein Plädoyer gegen den Hass der heutigen Zeit. Hoffen wir, dass es irgendwas bewirkt...

Ja, die Bauerfeind hatte sie alle vor dem Mikrofon: den Kult-Regisseur Martin Scorsese, Michail Gorbatschow oder die Rolling Stones. Mick Jagger, von dem Torsten meinte, der sei so alt, da gab es in der Schule das Fach Geschichte noch gar nicht, könne mit einem einzigen Fingerzeig das Publikum zum Rasen bringen. Nach einigen Anläufen von Katrin Bauerfeind klappte das auch  in Oberhausen. 

Als gebürtiger Lüner konnte ich Torsten übrigens nur zustimmen, als er in einem Gespräch verriet: „Du fährst quer durchs Ruhrgebiet, dann kommst Du nach Lünen und Du denkst, Du bist tot“. Was soll ich als gebürtiger Lüner dazu sagen? Das geht mir ganz genauso, lieber Torsten!

Was Leonardo Di Caprio mit der Pizzeria neben Torstens Wohnung in Waltrop zu tun hat, verraten wir hier auch nicht. Da müsst ihr am 6. Oktober einschalten.

Mit den „Geschichten zur Nacht“ war dann der Abend für Torsten leider noch nicht vorbei. Die Regie stellte fest, dass ausgerechnet die Anfangsmoderation noch einmal gedreht werden musste. Das klappte dann nicht unbedingt auf Anhieb.

Mit dem „Pressefotogedöns“ endete dann endlich auch für Torsten Sträter der Arbeitstag.

Eine Aufzeichnung in diesem Jahr wird es voraussichtlich noch geben. Wir hoffen, auch dann wieder für Euch vor Ort sein zu dürfen.

Hier noch einmal die Ausstrahlungstermine auf einen Blick:

Am 06.10.2018 Sträters Männerhaushalt mit Katrin Bauerfeind und Matthias Opdenhövel.

Am 10.11.2018 Sträters Männerhaushalt mit Ralf Richter und Max Giermann. 

Alle Folgen im WDR-Fernsehen, jeweils um 21.45 Uhr.

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