Das „Aus“ für den Männerhaushalt

Das war es! Am Dienstag- und Mittwochabend fanden im Steffy Oberhausen die letzten beiden Aufzeichnungen von „Sträters Männerhaushalt“ statt. Auf Euch warten in den nächsten 4 Wochen die zwei allerletzten Ausgaben dieser höchst erfolgreichen Show im WDR Fernsehen, die Ihr auf gar keinen Fall verpassen solltet. Aber heute ist nicht alle Tage... es geht weiter (mit Torsten im TV)... keine Frage!

Aber ruhig Blut... alles schön der Reihe nach...

Am Dienstag waren Mario Barth und Ingolf Lück zu Gast. Zunächst erschien alles wie immer, Einheizer Thomas Peffermann suchte sich gekonnt und listig seine „Opfer“ im Publikum heraus und sorgte für gute Stimmung. Und wie immer liefen die Pleiten, Pech und Pannen-Videos, um die Zuschauer sich schon einmal warmlachen zu lassen, u.a. mit dem Dackel im Kleinflugzeug, der im Rücken der Piloten beim Parabelflug vom Rücksitz abhebt und unter der Decke schwebt. Wie oft haben wir den jetzt schon gesehen? Aber immer wieder zum Brüllen komisch!

Ein bestens gelaunter Torsten Sträter begrüßte schließlich seine Gäste und gab zu, an dem Abend etwas „fickerig“ zu sein. Ja, das merkte man ihm durchaus an. Die letzten beiden Aufzeichnungen gingen ihm ganz schön an die Nieren...

Und dann ging es los. Ein allerletztes Mal gab es „Sträter Unterwegs“, diesmal in Bochum auf einer Lama-Farm. Köstlich! Oder wie Ihr Mädels so schön sagt: süüüüüß!

Als nächstes folgte nun der erste Gast: Mario Barth, der Godzilla der deutschen Comedy, wie Torsten ihn ankündigte. Ihm sah man schon beim Hereinkommen an, dass er heute besonders gut drauf war.  Prompt entwickelte sich ein witziges, launiges Gespräch, an dem die Zuschauer großen Spaß hatten. Ihr werdet erfahren, wie die Begegnungen der beiden mit den internationalen Superstars Bruce Willis und Will Smith verliefen. Die Art von Sträters Gesprächsführung entlockte beiden viele Marotten und lustige Anekdoten. Zum Ende des Gesprächs gab es noch ein absolutes Highlight, aber wir verraten noch nichts. Schaut Euch in rund zwei Wochen die Sendung an, und Ihr wisst, was ich meine...

Dann präsentierte Torsten uns einen Überraschungsgast, auf den er nach eigenem Bekunden gerade tierisch steht: Tino Bomelino. Warum? Weil er‘s kann! 

Bomelino machte Comedy, ungewöhnlich, frisch, unkonventionell. Hatte was von Poetry-Slam. Und damit fing bei Sträter ja auch so manches an...

Es folgten die Haushaltstipps, diesmal aber nicht von Torsten Sträter, sondern von Bernhard Hoecker, und auch nicht ganz so bierernst wie gewohnt. Auch hier ahnt man schon, warum das Format „Männerhaushalt“ sich so langsam erschöpft. Später dazu mehr...

Der letzte Gast des Abends schließlich kam durch eine Erkältung etwas gehandicapt in die Sendung, war aber dennoch gut drauf: Ingolf Lück. Auch hier entwickelte sich ein lustiges, aber einmal mehr sehr informatives Gespräch, denn Lück kann auf eine für viele überraschend abwechslungsreiche Karriere zurückblicken und war Steigbügelhalter für erstaunlich viele große Stars. Allerdings trägt Ingolf Lück damit auch schwer an der Schuld, es vor Jahrzehnten in der Hand gehabt zu haben, Schlimmeres verhüten zu können – und es aber nicht getan zu haben... Ich werde einen Deibel tun und Euch das an dieser Stelle zu verraten. Dafür müsst Ihr schon die Sendung gucken.

Der Abend wurde wie gewohnt mit der „Literatur zur Nacht“ abgeschlossen. Sehr locker, mit viel Selbstironie, aber dennoch mit Tiefgang berichtete hier Torsten Sträter amüsant über eine seiner Erkrankungen, die für viele Menschen auch heute noch ein Tabuthema darstellt: Depressionen. 

Das war es. Alles hatte geklappt, das müde und erschöpfte Team wollte nur noch ins Bett, denn am nächsten Abend stand ja schon die nächste (und letzte) Aufzeichnung an. 

Die vorletzte Ausgabe von „Sträters Männerhaushalt“ wird am 30.03.2019 wie gewohnt um 21.45 Uhr im WDR-Fernsehen ausgestrahlt. Merken!!!

Am Mittwochabend schließlich kam das Unvermeidliche: Die Aufzeichnung von Sträters definitiv letztem Männerhaushalt! Die 20. Ausgabe, eine besondere Sendung allemal. 

Einheizer Thomas Peffermann gab noch einmal alles - und auch heute wartete ein sehr gut gelauntes Publikum auf Torsten Sträter, worüber er sich tierisch freute. In Baden-Baden würde er sowas nicht vorfinden, witzelte er zu Beginn. Dort sei das Publikum tot, habe aber gültige Eintrittskarten.

Und endlich thematisierte er das, worüber alle rätselten: warum ist Schluss mit dem doch so erfolgreichen Sendeformat nach 20 Ausgaben? Die Antwort ist nachvollziehbar. Nach inzwischen drei Jahren gehen ihm so langsam die Ideen nicht nur für die Haushaltstipps aus, er hat schlicht und ergreifend Angst, sich zu wiederholen. 

Als Radiomann kann ich das nachvollziehen. Mit dem Format „Sträters Männerhaushalt“ hat er sich gewissermaßen ein enges Korsett angelegt, es muss immer um irgendwas mit Haushalt und Ruhrgebiet gehen. So eine enge Thematik läuft aber Gefahr, sich auf Dauer totzulaufen. Sträter will natürlich weitermachen mit Fernsehen, aber mit etwas Neuem, Frischem. Die letzten beiden Sendungen, so glaube ich, deuten schon an, wohin die Reise zukünftig gehen könnte. Noch ist nichts Konkretes geplant, aber er arbeite daran. Man darf durchaus gespannt sein.

Nach dieser Einleitung kam das wohl berühmteste Bockwurst-Model der Neuzeit, zumindest für Knacker Einfach, auf die Bühne: Oliver Welke. Ein wirklich klasse Gast an diesem Abend! Ein Feuerwerk an Gags, Lästereien und Späßen. Das Publikum hielt sich die Bäuche.

Erneut präsentierte Bernhard Hoecker die unvermeidlichen Haushaltstipps, deren praktischer Nutzen diesmal eher überschaubar war - aber lustig.

Ihm folgte der zweite Gast des Abends, Sänger Sasha. Auch dieses Gespräch war äußerst komisch und amüsant. So berichtete Sasha von seinem frustrierendsten Auftritt in seinem Musikerleben ... vor nur zwei (!) zahlenden Zuschauern, die zudem nur jeweils 50 Pfennig Eintritt berappten. Heute kaum vorstellbar. Auf die Titelseite der legendären Jugendzeitschrift „Bravo“ hat es Sasha durchaus geschafft, warum allerdings sein Bravo-Starschnitt keinen großen Sammlerwert hat (oder vielleicht gerade deshalb doch?), erfahrt Ihr erst in der Sendung. 

Künstler, deren Karriere plötzlich einen mehr oder weniger leichten Knick erfahren, beginnen oft mit dem Schreiben von Kinderbüchern. Ob Torsten dies nun auch plane, wurde er gefragt. Durchaus, meinte Torsten, er habe da schon länger so eine Idee im Kopf... die Geschichte vom kleinen Ritter Lin (!) und dem großen gelben Vogel Bibo-Profen. Herrrrrlich. Das Publikum tobte.

Die Aufzeichnung am Mittwoch machte echt Laune und erfuhr ihren Höhepunkt im letzten Sträter-Smoothie, aus dessen zahlreichen Zutaten sich (leider) besonders der Geschmack der Currywurst hervortat. Prost! 

Bevor Torsten zum Tisch der Fan-Gruppe kommen wollte, musste er noch einmal bei Herrn Zimmermann (s.u.) vorbeischauen und wemste mir im Vorbeilaufen auf die Schulter „Ich komm gleich“. Ich hatte ehrlich gesagt, das Gefühl, ein Bus streift mich. Das passt eigentlich zum „alten Wemser“, der zuvor schon in unzähligen Sendungen angekündigt worden war, der aber bisher niemals kam und dessen Identität in dieser letzten Folge endlich gelüftet werden wird. Allerdings schreibt Sträter ihn mit „ä“. Nanu? Was steckt hinter dieser eigentümlichen Schreibweise? Das Internet klärt auf, dass ein „Wämser“ in die Kleidung eingenäht werden kann, unter der Ritterrüstung getragen wird oder auch einfach nur ein enganliegendes Herrengewand ist. Auch ein „Wemser“ kann mehrere Bedeutungen haben: ein großer dicker Kerl (passt), ein für Prügeleien bekannter Typ (passt auch, wie ich ja gemerkt habe) und schließlich ein Mann, der alles poppt, was nicht bei „3“ auf dem Baum ist. Letzteres können wir nicht beurteilen.

Bis zur Ausstrahlung am 13.04.2019 um 21.45 Uhr (natürlich im WDR-Fernsehen) habt Ihr noch Gelegenheit, darüber nachzudenken. 

Und nun? 

Es herrscht eine Mischung aus Wehmut und Vorfreude. 

Wehmut, weil wir 20 Folgen lang irren Spaß mit herrlich verrückten Ideen, guten und total beknackten Gesprächen, nützlichen Haushaltstipps, super Gästen und viel Lokalkolorit hatten. Das wirklich nette Team von Sträters Männerhaushalt wird uns fehlen, vom Filmteam bis zur PR-Firma von Norbert Haas, von den netten Mitarbeitern im Steffy bis zu der Security. Nicht zu vergessen natürlich der beste Klomann der Welt, Axel Zimmermann, mit seinem blinkenden Hut und den lecker Bömskes.

Vorfreude, weil wir ahnen, dass Torsten Sträter mit einem neuen tollen Konzept zurückkommen wird und wir dann wieder einen Riesenspaß haben werden. Sträter widersprach umgehend den aufkommenden Gerüchten: Nein, die neue Sendung werde weder „Sträters Frühstücksfernsehen“ heißen und um 21.30 Uhr ausgestrahlt werden noch „WDR Late Night“ um 17.30 Uhr. 

Na, dann kann man ja beruhigt sein... 

P.S.: 

Die erwähnte Fangruppe ist auf Facebook zu finden und schart sich um die beiden Admins Bernd Fellerhoff und Svenja Langendorf. Die hatten im Rahmen eines Fanprojekts unter dem Motto „Sträters Männerhaushalts-Auflösung“ keine Kosten und Mühen gescheut und ein 45-minütiges Video produziert, das sie zusammen mit einigen selbst gestalteten Postern (die Sträter als erstes betrachtet hat und die ihm nach eigenem Bekunden sehr gefallen haben!) und zahlreichen Anspielungen und Zitaten aus den Männerhaushaltsfolgen überreichten. 

Wer neugierig ist (zumal die Begetts und ihr Wellensittich eine Mini-Rolle spielen durften), der klicke...