Best of Vocal Play: Naturally 7 geben alles

Die Überschrift unseres Nachberichtes zu dem gut besuchten Naturally 7 - Konzert am vergangenen Sonntagabend in der Mülheimer Stadthalle beschreibt die sympathischen Vokal-Künstler aus den USA kurz und treffend:

Naturally 7

Naturally 7 beim Auftritt in Mülheim

Bei jedem ihrer weltweiten Konzerte geben sie einfach alles, sowohl auf der Bühne als auch nach ihrem Auftritt, wenn sie sich noch viel Zeit für den direkten Kontakt mit ihren Fans nehmen.

Entstanden ist die Gruppe bereits im Jahr 1999, als sich 7 Freunde zusammenfanden, um eine sehr spezielle Form des a-capella-Gesangs zu entwickeln. Sie selbst nennen dies Vocal Play, ein beeindruckender Mix aus Gesang und dem täuschend echten Imitieren von Musikinstrumenten. Ihr Spitzname „band without a band“ steht somit für den Sound von beidem, einer a-capella-Band und einer traditionellen Band.

Spätestens seit dem Nummer-1-Hit „Music is The Key“, den Sarah Connor mit ihnen eingesungen hat, sind sie auch in Deutschland bekannt und haben sich in den 16 Jahren seitdem eine treue Fangemeinde erspielt. Die hatte sich auch in der Mülheimer Stadthalle eingefunden und so dauerte es nicht lang, bis der Saal kochte. Schon beim Opener „SOS“, eine eindrucksvoll in Szene gesetzte Eigen-Interpretation des Pink Floyd Klassikers in Frageform „Is There Anybody Out There“, gibt das begeisterte Publikum vielstimmige Antwort.

Es folgen wohlbekannte Nummern wie Phil Collins‘ „Feel it (In the Air Tonight)“, mit der sie bereits 2006 einen eigenen Hit landeten, und „While My Guitar Gently Weeps“ von den Beatles mit einem umjubelten Gitarrensolo - aber auch das gefühlvoll-traurige „Going Home“, das auf Antonin Dvořáks 9. Sinfonie, 2. Satz: Largo, basiert. Klassik können die Jungs also auch…

Nach der Pause drehen die sieben Musiker noch einmal voll auf und präsentieren das unverwüstliche „Rivers of Babylon“ in einer ganz eigenen Reggae-Version, ja sie erfinden diesen Song quasi neu, was ihnen mit tosendem Beifall gedankt wird. Gegen Ende des zweistündigen Konzertes reißt „An English-man in New-York“ die Besucher noch einmal von den Sitzen, die sich schließlich nach dem offiziell letzten Titel „Fix You“ (Coldplay) zwei Zugaben erklatschen.

Die Band verabschiedet sich von ihrem dankbaren Publikum mit einem unter die Haut gehenden Simon & Garfunkel - Medley, das nicht nur ohne Instrumentalbegleitung, sondern auch ohne Mikrofonunterstützung auskommt, und mit der programmatischen wie aktuellen 80er-Jahre-Hymne „You’re the Voice“ (John Farnham).

Stellvertretend für alle, die nicht im Rampenlicht der Bühne stehen, soll an dieser Stelle auch einmal dem band-eigenen Toningenieur gedankt werden: am Mischpult sorgte James Caran für den guten Ton in der akustisch anspruchsvollen Stadthalle.

Unser Fazit:
Naturally 7 ist eine typische Live-Band, die durch ihre Bühnenperformance überzeugt. Naturally 7 … das sind die Brüder Roger und Warren Thomas sowie Dwight Stewart, Rod Eldridge, Sean Simmonds, Lee Ricardo Cort und Kelvin Mitchell, … das sind mehr als 7 Instrumente, deren Klang ausschließlich stimmlich erzeugt wird, … das ist Rap, Soul, Rock, R’n’B, Folk, Pop, Jazz, HipHop, Reggae und Klassik. Naturally 7 ist ganz einfach: ein großer musikalischer und optischer Genuss.

Konzerttermine (Auswahl):
14.05.2019, Köln, Gloria-Theater
21.05.2019, Borken, Stadthalle Vennehof
28.11.2019, Konzerthaus Dortmund

CD-Empfehlungen:
„Naturally 7 – Live“ (2012)
„Hidden in Plain Sight“ (2015)
„Both Sides Now“ (2017)
„2020“, erscheint im Herbst 2019

Weitere Infos zu N 7 unter:
www.naturallyseven.com