Barbara Dennerlein Solo

Während andere "Für Elise" übten oder sich auf der Gitarre an "All you need is love" versuchten, verliebte sich die gebürtige Münchnerin Barbara Dennerlein schon in jungen Jahren in den Sound der Hammondorgel.

Barbara Dennerlein (© Newtone Management)

Mit elf Jahren bekam sie das erste (einfache) Exemplar zu Weihnachten geschenkt, setzte sich mit der Geschichte des Instruments auseinander und ging auf Klang-Entdeckungsreisen. Neben dem Erlernen des klassischen Standard-Repertoires entstanden bereits früh eigene Kompositionen. Heute zählt die "First Lady of the Hammond organ" zum illustren, kleinen Kreis deutscher Künstler mit internationaler Reputation, ist gerngesehener Gast sowohl in den einschlägigen Klubs in New York, London und Tokio als auch auf den Festivalbühnen von Vancouver, Toronto, Den Haag, in Finnland, Norwegen, Belgien und Spanien. Sie ist mehrfach ausgezeichnet, viele ihrer rund 30 CDs wurden mit Jazz Awards und dem Preis der deutschen Schallplattenkritik bedacht. Dennerlein ist nicht nur solistisch unterwegs, sondern mit verschiedenen Duo-Partnern, ihrer eigenen Band "Bebab" aber auch anderen Formationen, immer auf der Suche nach neuen musikalischen Herausforderungen.

Und nicht nur ihre Hammondorgel hat sie voll im Griff – seit ihrem ersten Kirchenorgelkonzert anlässlich der Bachtage in Würzburg in den 1990er-Jahren setzte sie sich auch intensiv mit der "Königin der Instrumente", der Kirchen- und Konzertorgel, auseinander. Durch die meisterhafte Beherrschung des Pedalspiels (allein die Fußbasssoli!) und ihre enorme Kreativität gelingt es Dennerlein, die immensen Klangmöglichkeiten voll auszuschöpfen, etwas komplett Neues zu kreieren und das eher träge Instrument zum Swingen und Grooven zu bringen. Frech, frei und zupackend lässt sie bei ihrem Spiel die Grenzen zwischen Tradition und Moderne, Jazz und Kirchenmusik, verschwimmen, "fliegt" mit Händen und Füßen über Tasten und Pedale.

Mit ihren Stücken lotet Dennerlein am Samstag, 13. Oktober, um 19.30 Uhr in der Pauluskirche die Fähigkeiten der hiesigen Beckerath-Orgel aus. Mal völlig gegen den Strich gebürstet, mal ein durch die üppige Orgel-Instrumentierung druckvoll vorgetragener phänomenaler Groove. Dann wieder Erhabenheit nach allen Regeln der Kunst, doch stets gewürzt mit den Ingredienzien des Jazz. Der unbedingten Suche nach Intensität, dem Rausch der Klangfarben, fügt sie so eine ganz neue Facette hinzu.

Das Konzert findet im Rahmen des Festivals "Orgel plus Hamm" statt, das die großen Orgeln zu beiden Seiten der Lippe in ein neues, ungewohntes Licht rücken möchte und gleichzeitig die enorme bis extreme Wandlungsfähigkeit des Instrumentes Orgel in breiter Palette demonstriert.

Tickets für die spannende Klangreise gibt’s beim Kulturbüro der Stadt Hamm, allen Eventim-Vorverkaufsstellen und im Web-Shop unter www.hamm.de/kultur