ASV-Trainer Kay Rothenpieler im Interview

Am Ende der Saison endet eine Erfolgsära: Kay Rothenpieler wird den ASV Hamm-Wesfalen verlassen. Doch bis dahin hat er noch einiges vor, wie er im Interview verrät. Außerdem spricht der 48-Jährige über den Konkurrenzkampf in der Mannschaft und seine Pläne ab Sommer.

Kay Rothenpieler (Foto: Marco Wolf)

War der Sieg in Nettelstedt ein Ergebnis harter Trainingsarbeit?
Wir haben in der Woche sehr konzentriert gearbeitet. Wir wollten unser Angriffsspiel und die Zusammenarbeit mit dem Kreisläufer verbessern. Das hat schon in Lübbecke gut funktoniert. Außerdem haben wir in der Partie von einer hervorragenden Deckung und starken Torhütern profitert. Die Leistung in Nettelstedt war ein Schritt in die richtge Richtung.
Welchen Fokus hast du in den Übungseinheiten mit Blick auf die Partie gegen Dormagen gelegt?
Wir haben weiter daran gearbeitet, gewisse Abläufe zu automatsieren. Wir wollen noch mehr in die Tiefe gehen und die richtigen Räume treffen. Außerdem feilen wir auch an unserem Tempospiel und wollen die eine oder andere Angriffsvariante schneller Durchbringen.
Was müsst ihr auf die Platte bringen, damit gegen den TSV die nächsten beiden Punkte herausspringen?
Gegen Dormagen gilt es, erneut mit der Mentalität und dem Willen aus der Partie in Nettelstedt zu spielen. Wenn es uns dann auch gelingt, früh die Kontrolle über das Spiel zu erlangen, bin ich guter Dinge. Grundvoraussetzung muss wieder eine stabile Deckung sein. Aber klar ist auch: Es gibt keine einfachen Gegner, wir müssen wieder alles raushauen und ein konzentriertes Spiel machen.
Alle Spieler sind aktuell fit. Wie wirkt sich der verschärfte Konkurrenzkampf auf die Leistung aus?
Es ist immer gut, wenn alle fit sind. Das bringt uns nach vorne. Wir haben mehrere Alternativen, auch mehrere taktische Möglichkeiten und wir können unter wettkampfähnlichen Bedingungen trainieren. Ein gesunder Konkurrenzkampf ist immer förderlich und es bringt uns als Mannschaft weiter.
Wie hältst du die Jungs, die im Augenblick nicht so viel spielen, bei Laune?
Ich denke, die Stimmung ist gut. Jeder Spieler ist wichtig, jeder bekommt seine Möglichkeiten. Die Saison ist lang, deshalb brauchen wir alle Jungs. Die Kader-Atmosphäre ist richtig gut. Es ist auch normal, dass der ein- oder andere Spieler mal mehr oder weniger spielt. Wir haben ein gemeinsames Ziel und da muss jeder seine Qualitäten mit einbringen.
Wovon machst Du es abhängig wer spielt?
Da spielen viele Faktoren eine Rolle. Trainingsleistung, taktische Ausrichtung und ab und zu auch das Gefühl. Wichtig ist, dass jeder Spieler seine Rolle im Team hat. Jeder wird gebraucht, so entsteht keine Unruhe. Wichtig ist auch, dass sich jeder für die Mannschaft und den Erfolg einsetzt.
Seit einigen Wochen ist klar, dass du deinen Vertrag nicht verlängerst. Was waren aus deiner Sicht die Gründe, nach knapp 20 Jahren getrennte Wege zu gehen?
Das Thema ist doch jetzt erledigt und es ist auch nichts Ungewöhnliches, dass Verträge nicht verlängert werden. Die Klarheit ist wichtig. Mein Blick richtet sich jetzt nach vorne. Wir können noch etwas Großes schaffen und darauf konzentriere ich mich.
Wie hat die Mannschaft reagiert, als du das bekannt gegeben hast?
Solche Entscheidungen bringen immer etwas Unruhe, aber wir haben da sehr offen kommuniziert. Jetzt kann ich sagen, dass wir sogar noch enger zusammengerückt sind. Wir haben ein gutes und offenes Verhältnis. Wir wollen das Hier und Jetzt genießen und gut zusammenarbeiten, um den bestmöglichen Erfolg zu erzielen.
In der Rückrunde kommen die Teams aus der oberen Tabellenhälfte wie Coburg, Essen oder Eisenach in die WESTPRESS arena. Könnte das der Schlüssel sein, um ganz oben anzugreifen?
Es ist immer einfacher zu Hause. Wir haben eine super Stimmung in der WESTPRESS arena und die Zuschauer können uns irrsinnig helfen. Und diesen Heimvorteil können wir vielleicht nutzen. Wir müssen aber insgesamt eine konstant gute Rückserie spielen. Für einen Platz ganz oben in der Tabelle muss alles passen. Wir sind aber stolz, dass wir im Augenblick oben stehen und wollen so lange wie möglich im Rennen um die Spitzenplätze mitmischen.
In gut drei Wochen steht die Partie gegen den VfL Gummersbach in der Dortmunder Westfalenhalle an. Fängt das Kribbeln langsam an?
Noch nicht. Wir haben noch schwere Aufgaben vor der Brust und auf die konzentriere ich mich. Aber wenn ich daran denke ist doch klar, dass ich mich riesig darauf freue. Es wird ein tolles Spiel gegen einen Aufstiegsaspiranten und daher hoffe ich auf eine großartige Kulisse mit überwiegend ASV-Fans!
Was sind deine Pläne ab dem Sommer 2020? Kannst du dir ein Leben ohne den ASV überhaupt vorstellen?
Ja natürlich und es gibt mir die Möglichkeit, mich auf neue Sachen zu konzentrieren. Es war eine schöne und erfolgreiche Zeit und daher wird der ASV auch immer ein Teil von mir bleiben! Zunächst genieße ich das kommende halbe Jahr und ich werde alles dafür tun, dass es erfolgreich wird. Ab dem Sommer werde ich mich dann auf andere Dinge mehr konzentrieren. Wie sagt man so schön: Wenn eine Tür zu geht, geht woanders wieder eine auf! Vielen Dank für das Gespräch!